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Bayern Reise

Tag 20: Wörth an der Donau – Passau

Eriks Sicht

Moin! Hier ist ausnahmsweise mal Erik, mit einem kleinen Part zu meiner unfreiwilligen Pause und meinen Erfahrung rund um Bahnfahrt mit Rad, sowie den Umgang mit Verletzungen.

Zunächst ein Paar Tips zum Thema Bahnfahrt mit Rad. Das Ganze ist leider im Moment ein wenig aufwendig, zumindest aufwendiger, als ich das gedacht hätte:

  1. Fahrkarte im Reisezentrum an den Bahnhöfen kaufen, nicht online oder am Automaten! Das macht das ganze zwar etwas unbequem, ist aber deutlich angenehmer als die Alternativen. Das Problem: Die Bahn verkauft Fahrradkarten (Ticket für euer Rad) online, nur wenn ihr gleichzeitig auch eine Karte für euch selbst kauft. Soweit eigentlich kein Problem, allerdings seid ihr auch gezwungen eurem Rad einen Platz im Zug zu reservieren, nicht nur zu kaufen (Wichtig, gilt dankbarer Weise nur für den Fernverkehr). Weil diese Reservierung aber nur der freundliche Mitarbeiter am Service Point machen kann, ist es am Ende doch einfacher, ihn oder sie gleich alles andere machen zu lassen. Kostet dasselbe.
  2. Fahrradkarte und Ticket zusammen kaufen. Keinesfalls Ticket vor Fahrradkarte, zumindest wenn ihr im Fernverkehr unterwegs seid und keinen flexiblen Tarif gebucht habt. Denn: Euer Fahrrad braucht im Fernverkehr wie gesagt eine Reservierung. Wenn es aber keine freien Plätze mehr gibt, kann euer Fahrrad nicht mitfahren! Blöde Situation, die Ihr am besten vermeidet, indem ihr das Risiko einfach nicht eingeht. Im Nahverkehr (z.B. Regio) könnt ihr sofern ihr möchtet, alles online machen, oder nur die Fahrradkarte am Schalter kaufen.
  3. Bucht eure Bahnfahrt mit viel Vorlauf! Es wird fast nie ein Problem sein, einen Platz im Zug für euch zu finden, aber euer Fahrrad hat es deutlich schwerer. Da ihr ja reservieren müsst, kann es schlicht sein, dass eine Verbindung ausgebucht ist und ihr anderweitig ans Ziel kommen müsst. Das gilt gerade auf viel befahrenen Strecken zur Hauptsaison. Natürlich gibt es manchmal keinen anderen Weg, als von heute auf morgen zu buchen (zum Beispiel wenn die Radreise aus irgendeinem Grund unterbrochen werden muss). Bestimmt findet ihr eine Verbindung, die euch noch nach Hause oder ans Ziel bringt, sucht euch notfalls einfach Hilfe im Reisezentrum am Bahnhof. Es ist also nicht alles verloren. Es kann dann aber passieren, dass ihr von Hamburg nach Passau fahrt und statt 6 Stunden plötzlich 11 braucht, weil ihr statt direkt fahrendem ICE einen IC inklusive Deutschlandtour als letzte Option bekommt. Das Ganze kostet leider auch noch vergleichbar viel. Man erahnt es vielleicht, ich spreche aus Erfahrung. Also, am Besten so früh es geht zum Reisezentrum, dann ist die Fahrt einerseits wegen früher Buchung günstiger und gleichzeitig kürzer. Win-Win.
  4. Auf Umsteigezeiten achten! Vergesst nicht, dass ihr mit Fahrrad im Bahnhof ein ganzes Ende langsamer seid als ohne. Der Weg zum Fahrstuhl, Fahrstuhlfahrt, schlängeln durch enges Treiben, alles kostet extra Zeit. Ein Anschlusszug, der 5 Minuten nach Ankunft vom gegenüberliegenden Ende des Bahnhofs abfährt, sollte man besser nicht als Option betrachten. Lieber gleich mehr Zeit einplanen, anstatt die Routenplanung zu riskieren.

Kurzes Fazit: Wer mit Fahrrad im Zug reisen möchte: bucht früh, am Besten im Reisezentrum, bringt da gleich alles in trockene Tücher und plant mehr Zeit ein.

Sonderfall spontane Fahrt: Im Grundsatz gilt erstmal das Gleiche! Vertraut euch einem Bahnmitarbeiter an, sobald ihr könnt, plant zusammen mit noch etwas mehr Zeit je nach Verletzung und lasst euch bis nach Hause buchen. Am besten bleibt ihr aber gesund, das ist sowieso besser. 🙂

Kommen wir, wenn wir schon dabei sind, zum Thema Erkrankungen und Verletzungen. Hier muss man natürlich von Fall zu Fall unterscheiden und auf den eigenen Körper hören. Letzteres ist besonders wichtig. Das soll nicht heißen, bei jedem Wehwehchen ist umgehend das Handtuch zu schmeißen, im Gegenteil. Pusht euch soweit ihr könnt, holt noch die letzten Kilometer, die drin sind raus und belohnt euch mit Endorphinen am Abend. Genau da sollte man aber eine Grenze ziehen.

Wenn ihr in irgendeiner Form erkrankt, egal ob das Schmerzen sind, die abends nicht abklingen und/oder schlimmer werden, Infekte oder sonst irgendwas, hört auf euren Körper! Die Limits von Krankheiten zu testen, macht nicht nur keinen Spaß, sondern ist irgendwann auch schlicht unglaublich gefährlich.

Legt lieber einen Tag Pause ein. Im “schlimmsten” Fall verliert ihr vielleicht einen Tag, seid dafür aber exponentiell weniger Tage krank unterwegs. Und wenn es trotzdem nicht besser wird, ab zum Arzt. Lieber einmal zu oft da gewesen, als den entscheidenden Moment zu verpassen, einer ernsten Erkrankung vorzubeugen.

Vorbeugen ist vielleicht noch ein gutes Stichwort, zu dem man ein paar Worte verlieren kann: Gesunde und ausgewogene Ernährung, Hygiene, Hautschutz (vor Sonne oder Reibung) sind eure besten Freunde, auf einer Radtour mehr noch als sonst. Wenn man darauf ein bisschen achtet, kann man das ein oder andere vielleicht verhindern, bevor es passiert. Und falls doch mal was durch kommt, lohnt es sich natürlich eine Bordapotheke dabei zu haben. Wenn es euch interessiert, was wir so dabei haben in dieser Hinsicht, schreibt es uns, dann gehen wir nochmal näher darauf ein.

Nun will ich aber ein bisschen erzählen, was ich so gemacht habe während ich abwesend war, kurzum: Nicht sehr viel. Nachdem ich in Magdeburg ärztlichen Rat ersucht hatte, und prompt nach Hause geschickt wurde, habe ich mich am Folgetag von Magdeburg mit der Bahn auf den Weg nach Hamburg gemacht. Dort nach einer ereignislosen und ehrlicherweise uninteressanten Bahnfahrt angekommen, habe ich zunächst den Rest des Tages entspannt. Am Tag darauf habe ich meine Sachen ausgeräumt und zum auslüften und waschen bereit gemacht. Die Mühe, das Ganze wieder in die Schränke zu Räumen, habe ich mir erspart, da es ja bald wieder losgehen sollte. Ansonsten habe ich mich für die Zeit in Hamburg auf meine Genesung konzentriert, um bald wieder dabei sein zu können, meine beiden Mitstreiter von Zuhause aus verfolgt und nach einigen Tagen meine Fahrt zurück zum Team geplant. Zu dem Zeitpunkt ging es mir bereits ein ganzes Ende besser, so dass ich mich auch wieder aufs Rad gewagt habe und im Umfeld von Volksdorf einige kleine Proberunden gedreht habe. Vor einigen Tagen viel dann die Entscheidung, sich in Passau zu treffen. Von einem Treffen in Bamberg mussten wir leider absehen, da alle Bahnverbindungen bereits ausgebucht waren. Leider konnte ich auch trotz einiger Tage Vorlauf zu Heute nur noch die wohl ungünstigste Verbindung buchen, aus erneut dem selben Grund. Immerhin konnte ich mir so schon etwas von Westdeutschland angucken, das wir in einigen Wochen durchfahren werden. Der IC 2027 fuhr von Hamburg über Bremen, Dortmund, Köln, Frankfurt a.M. und von dort weiter über Nürnberg nach Passau. Wirklich alles andere als der direkte Weg, aber immerhin eine ganz nette Tour, wenn auch wie gesagt 11 Stunden lang.

Und so sitze ich jetzt, kurz vor Nürnberg, im letzen Waggon bei meinem Fahrrad, bin ausgeruht und gesund und freue mich wahnsinnig ab heute Abend wieder dabei zu sein!

Sicht von Henrik und Felix (Heute in Kurzfassung)

Da wir heute in Passau mal wieder auf einen Campingplatz gehen, beeilten wir uns am Morgen, damit wir früher starten und eben auch früher da sein konnten. Vor uns lagen noch 115 Kilometer an der Donau entlang, welche wir zu bewältigen hatten.

Um 9:30 Uhr saßen wir also schon auf dem Rad. Bei tollem Wetter ging es wieder auf die staubigen Kieswege der Donau. Als wir ca. bei Kilometer 18 eine schöne Bank entdeckten, wurde dies unser Ort fürs Frühstück.

Weiter ging es zur Abwechslung mal auf gut asphaltierten Wegen an Straubing vorbei. Immer auf der linken Donauseite konnten wir so zügug vorankommen und waren bereits um 13:00 Uhr beim Einkaufen in Deggendorf, nachdem wir 58 Kilometer zurückgelegt hatten.

Die Mittagspause legten wir dann nach weiteren knapp 10 Kilometer bei der Fähre von Niedertalteich ein. Leider begann es kurz nachdem wir wieder losgefahren waren zu regnen. Wir stellten uns unter einen Baum, blieben so einigermaßen trocken und warteten bis es wieder etwas weniger wurde. Nach einer entspannenden Pause ging es weiter bis nach Vilshofen an der Donau, wo wir schon von weitem den nächsten Regen sahen.

Besser vorbereitet stellten wir uns rechtzeitig bei einem großen Baum unter und konnten auch hier einigermaßen trocken bleiben. Leider hörte es für knapp eine Stunde des Wartens nicht auf. Als es ein bisschen weniger wurde, fassten wir den Entschluss trotzdem weiterzufahren, kamen aber nicht weit.

Unser Ausblick beim Warten

Nach nur 5 Kilometern wurde der Regen wieder extrem stark. Glücklicherweise fuhren wir aber genau in diesem Moment an einer Schutzhütte vorbei, in welcher wir den Regen abwarten konnten.

Der Blick aus der Schutzhütte

Nach knapp einer Stunde wurde es endlich weniger und wir konnten uns an die letzen 20 Kilometer bis nach Passau machen, wo wir noch einen kurzen Abstecher durch die Altstadt machten.

Dom St. Stephan in Passau

Um 20:30 Uhr kamen wir endlich am Campingplatz an und bauten, auf dem leider noch nassen Boden, unsere Zelte auf. Erschöpft aber glücklich über die geschaffte Etappe machten wir uns dann ans Kochen und gehen heute alle drei geschafft vom Tag in den Schlafsack. Für die nächsten Tage haben wir uns überlegt eine Exkursion nach Österreich zu machen.

Liebe Grüße, bleibt gesund, morgen Abend werdet ihr wieder von uns hören!

Unsere Position am heutigen Abend

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