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Tag 21: Passau – Irrsee

Aufgewacht sind wir heute morgen auf einem Campingplatz in Passau. Idyllisch gelegen, direkt an der Ilz waberten am frühen Morgen Nebelschwaden durch das Tal. Von den Gewittern am Vortag und der Feuchtigkeit der Nacht waren unsere Zelte leider noch sehr nass. Umso mehr freuten wir uns als die Sonne höher stieg und unsere Zelte trocknete. Wir merkten früh, dass es heute ein sehr warmer Tag werden würde.

Passau von einer Brücke aus betrachtet

Nach dem Zusammenpacken ließen wir die Zelte noch etwas stehen und frühstückten bereits am Campingplatz, damit unsere Ausrüstung noch möglichst trocken werden konnte. Um 9:45 Uhr ging es dann wieder los in die Altstadt von Passau. Nach einem kurzen Stopp am Geldautomat, überquerten wir die Brücke über den Inn, um uns auf dem Innradweg einzuordnen.

Sehr schnell fanden wir uns in Österreich wieder, was trotz Corona ohne jegliche Kontrollen oder Ähnlichem geschah. Der Innradweg ließ sich trotz Kieswegen sehr gut befahren und wir konnten deutlich schneller vorankommen, als wir eigentlich gedacht hatten.

Entlang der Bahnstrecke wurde die Landschaft bergiger und leider mussten wir auch an der Strecke immer wieder kleinere Hügel erklimmen. Durch die schönen kleineren Altstädte von Schärding und Reichersberg fuhren wir immer weiter am Ufer des türkisen Wassers entlang.

An zwei Stellen trafen wir aber auf den etwas unschöneren Teil des Innradwegs. Kleine Brücken, welche allerdings nicht für Radfahrer ausgelegt waren an welchen wir die Räder über schmale Holzrampen jeweils zu zweit empor schieben mussten. Zum Glück trafen wir nur auf zwei dieser Hindernisse, welche unser Vorankommen nicht zu stark einschränkten.

Recht spontan entschieden wir uns heute erst später vom Inn abzubiegen, da wir so ordentlich Höhenmeter sparen konnten und trotzdem am gleichen Ausgangspunkt auf den Salzkammergutradweg treffen werden.

So ging es also noch bis Kilometer 70 weiter am Inn bis nach Braunau, was für heute unser Einkaufsstopp darstellte. Nach einem kurzen Abstecher von der Route kamen wir endlich beim Supermarkt an, mussten aber mit Erschrecken feststellen, dass die Lebensmittelpreise hier deutlich höher waren, als in den bisherigen Supermärkten. Morgen wird es also definitiv ein anderer Supermarkt in der Hoffnung, dass wir uns dort ein paar Euros sparen können. Auch spannend war es, seit inzwischen nun vielen Wochen, mal wieder nicht mit Schutzmaske einkaufen gehen zu müssen, da dies hier augenscheinlich keine Vorschrift ist.

Nur wenige Kilometer nach Braunau fanden wir eine schöne Bank im Schatten und konnten so wenigstens für einige Zeit der Hitze entfliehen. Dort legten wir also unsere Pause ein und aßen zu Mittag. Wir bogen schließlich auch vom Inn ab und machten uns auf den Weg zu den Seen des Salzkammerguts. Erst folgten wir dem Mattig-Radweg für einige Kilometer, bis es dann in Richtung des Irrsees weiterging.

Auf diesem kleinen Stück gab es leider kaum noch Radwege. Wir mussten also auf die Straße und leider auch kurz auf eine Bundesstraße ausweichen, was wir aber gut hinbekamen.

Entfernter Blick auf den Irrsee

Nachdem wir den Irrsee erreicht hatten, suchten wir uns prompt nach einem Platz für unser Camp um. Nach der langen Strecke und den gar nicht mal so wenigen Höhenmetern, waren wir sehr glücklich einen Holzunterstand mit der Aufschrift “Infopoint” zu finden. In der Vermutung niemanden damit zu stören entschlossen wir uns, in der kleinen Hütte zu Campen. Die Hütte war grade groß genug für uns drei, dafür aber recht neu und mit vielen Infotafeln zur Seenlandschaft bestückt.

Leider ist eben diese Hütte aber Beobachtungspunkt für Vogelliebhaber, die einen Ausblick auf das Ufer des Irrsees suchen. Aus diesem Grund räumten wir die Hütte wieder und setzen die Suche fort. Nach 5 Kilometern erfolgloser Fahrt kamen wir ins Gespräch mit einem Anwohner, und fragten, ob er es uns erlauben würde, auf der Wiese zwischen seinem Haus und dem Irrsee zu nächtigen. Leider war der Mann, genau wie wir, auch nur Tourist, verwies aber auf die Vermieterin seiner Ferienwohnung. Kurzum geklingelt und nach einem netten Gespräch verwies sie uns an Ihren Nachbarn, den wahren Eigentümer der Wiese. Nochmal geklingelt, nochmal ein nettes Gespräch und wir durften uns auf der Wiese einquartieren. Nachdem wir uns mehrfach für die Gastfreundschaft bedankt hatten, machten wir uns an den üblichen Aufbau unserer Zelte. Das Camp errichtet, warfen wir die in Braunau erstandene Packung Spaghetti in den Topf, nach unserer aufwendigen Platzsuche allerdings erst gegen 22:15 Uhr.

Morgen geht es weiter auf dem Salzkammergutweg durch Oberösterreich. Das Kilometerziel: Soweit wir kommen. Anlass zur Sorge bietet nur die Ankündigung von Gewittern zum morgigen Abend, ansonsten freuen wir uns auf den ersten, ganz in Österreich verbrachten Tag unserer Reise

Zuletzt noch eine Erkenntnis von heute: Vorsicht vor Ornithologen! Manche mögen es nämlich nicht, wenn man in deren Beobachtungspunkten übernachten möchte und bitten, falls man das doch versucht, um Weiterfahrt. Glücklicherweise sind derartige Ornithologen aber mindestens so selten wie die Vögel, die sie beobachten. Spaß beiseite, Vogelbeobachter haben an ihren Plätzen natürlich Vorrang und mit unserer Begegnung konnte man sich zumindest nett unterhalten.

Dafür gibt es aber auch liebe Leute, die einen bei sich im Garten übernachten lassen 🙂

Auch gelernt: Wenn 500 Gramm Nudeln grade eben so in den Topf gehen, sollte man 1 Kilogramm lieber in 2 Portionen kochen, statt in einem Gang.

Liebe Grüße, bleibt gesund, morgen Abend werdet ihr wieder von uns hören!

Unsere Position am heutigen Abend

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2 Antworten auf „Tag 21: Passau – Irrsee“

Es macht immer wieder Spaß, Eure ausführlichen Reiseberichte zu lesen. Besonders freut es mich, wenn ich die eine oder andere Stadt bzw. Gegend wiedererkenne. Das verbindet mich mit eigenem Urlaub und weckt Erinnerungen.
Schön, dass Eric wieder dabei ist!
Weiterhin gute Fahrt!
Herzliche Grüße aus dem Erzgebirge.
Petra

Ja, wir sind auch froh, dass Erik wieder mit uns fährt. Uns freut, dass dir die Berichte so gefallen.
Danke für den Kommentar!

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