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Tag 23: Bad Goisern – Kuchl

Am heutigen 23. Tag unser Reise haben wir unsere Fahrt durch die wunderschönen oberösterreichischen Alpen fortgesetzt. Über ungefähr 78 Kilometer und 700 Höhenmeter ging es von nahe Bad Ischl über Hallstatt nach Kuchl.

Gegen kurz vor Acht begann unser Tag, als wir alle von der Sonne geweckt wurden. Die Zelte, von den Gewittern des vorherigen Abends noch reichlich nass, machten wir uns an den Abbau unseres Camps, noch vor dem Frühstück. Den Schlafsack und die Isomatte eingepackt, begrüßte und unser Gastgeber in den neuen Tag und lud uns zum Frühstück ein.

Einige Minuten später saßen wir mit der Familie am selben Gartentisch, an dem wir am Abend zuvor gesessen hatten und genossen Semmeln, Kipferl mit selbstgemachter Erdbeer-Rababer Marmelade und Frischen Kaffee. Über ein entspanntes und leckeres Frühstück hinweg plauderten wir ein wenig und holten uns einige ortskundige Tips für die weitere Routenplanung ein. Nach einer Stunde kehrten wir wieder zu unseren Reisevorbereitungen zurück, die Zelte inzwischen getrocknet. Gegen 10:20 waren wir abfahrtbereit und verabschiedeten uns von unseren herzlichen Gastgebern. Vielen Dank an dieser Stelle für die Gastfreundschaft, den Schlafplatz und die wunderbare Gesellschaft!

Wieder auf der Straße fuhren wir weiter in Richtung Bad Goisern. Für diesen ersten Teil der Tagesstrecke ging es auf ebenen und gut ausgebauten Wegen unter der Alpensonne voran. Bereits jetzt merkten wir, dass wir von der Sonne auch heute nicht verschont bleiben würden. Ungehindert erreichten wir nach einer halben Stunde fahrt den Hallstätter See.

Der Hallstädter See

Anstatt den direkten Weg in Richtung Gosau, ein Zwischenziel auf dem Weg nach Kuchl, zu wählen, entschlossen wir uns den See zu umrunden und Hallstatt zu besuchen. Ein Vorteil an einer Reise während der aktuellen Lage ist, dass die Touristen vieler Länder vorerst zu Hause bleiben müssen. Hallstatt erfreut sich jährlich vieler Touristen aus Asien, die den Ort für seine märchenhafte Schönheit wertschätzen, aber jetzt ausbleiben. Momentan ist Hallstatt also ungewöhnlich leer und lässt sich ohne dichtes Gedränge besuchen.

Am Ostufer des Sees machten wir uns auf den Weg. Über Schotterwege ging es auf Höhe des Sees in Richtung Südufer. Nach knapp der halben Länge des Sees ging es Bergauf, auf knapp 50 Meter über dem Wasser und es ergab sich ein schöner Überblick über Hallstatt und das Umland.

Der Steg direkt über dem Wasser

Auf ähnlicher Höhe fuhren mit einigem Auf und Ab weiter, bis unser Weg in einen Steg an den Klippen gegenüber Hallstatt überging. Den See für einen Moment direkt unter uns hielten wir erneut inne und genossen den Ausblick. Nach einer halben Stunde weiterer Fahrt entlang der wunderschönen Strecke erreichten wir Hallstatt.

Hallstatt hält was es verspricht: Eng an die Felswände angeschmiegt und ebenso eng verschachtelt liegt der Ort mit großartigem Ausblick am gleichnamigen See. Definitv eine Sehenswürdigkeit. Nach einer halben Stunde Pause zum Erkunden und Fotografieren, fuhren wir am Westufer bis zum Abzweig in Richtung Gosau.

Hallstadt am Mittag

Direkt nachdem wir um die Kurve gefahren waren, begann sich die Straße nach oben zu biegen. Über ungefähr 10 Kilometer kleterten wir 200 Meter. Am Ende der Steigung öffnete sich das Tal, durch das wir gefahren waren in ein Hochplateau. Kurze Zeit später erreichten wir Gosau.

Einen kurzen Stopp später machten wir uns weiter auf den Weg zum Pass Geschütt, der zwischen uns und unserem Ziel lag. Nun mit fast dreifacher Steigung wurde für 3 Kilometer mehr geschoben als gefahren, während und die Sonne auf dem Pelz brannte. Oben angelangt war eine kurze Atempause nötig, die wir nachdem wir einen geeigneten Platz gefunden hatten, in die Mittagspause umwandelten.

Von dort an ging es mit reichlich Gefälle im Rücken weiter nach Kuchl. Trotz auftretendem Gegenwind waren im Nu weitere 20 Kilometer geschafft, bis das Gelände wieder abflachte. Entlang eines Flusses fuhren wir weiter bis zum Gollinger Wasserfall, dessen Besichtigung wir fest eingeplant hatten.

Der Gollinger Wasserfall

Für ein paar Euro Eintritt zur Erhaltung der Wege bekommt man ein beeindruckendes Naturschauspiel zu sehen. Mit Fotoausrüstung bepackt wanderten wir bergauf bis zur Quelle des Wasserfalls, bevor wir uns langsam auf den Rückweg machten.

Von dort machten wir uns für die letzten wenigen Kilometer des Tages nach Kuchl auf und erreichten unser Ziel nach kurzer Fahrt.

Wir wurden von Melanie, unser Gastgeberin sehr freundlich empfangen. Nach einem kurzen Hallo packten wir die Taschen von den Fahrrädern und bauten schnell unsere Zelte auf einer Wiese hinter dem Haus auf. Schnell geduscht, aßen wir gemeinsam zu Abend. Es gab eine reiche Auswahl an leckerstem Essen, was wir nach fast drei Wochen Fahrt nicht mehr wirklich gewohnt waren. Da sich das abendliche Gewitter anbahnte unterbrachen wir kurz das Essen um unsere Zelte und das restliche Camp zu sichern, bevor wir den Nachtisch, nun im Haus genossen. Dort unterhielten wir uns ausgelassen über verschiedenste Themen  und genossen die gemeinsame Gesellschaft bis elf Uhr Abends, bevor wir alle entschlossen, langsam ins bett zu gehen. Das Ganze verzögerte sich dann doch noch etwas bis der Blog fertig geschrieben war. Nach einem kurzen Weg über eine nasse Wiese zwischen Haus und Camp, das Gewitter war in der Zwischenzeit angekommen und wieder abgezogen, waren wir wieder in unseren Zelten.

In Kuchl werden wir zwei Nächte bleiben, morgen ist also voller Pausentag. Statt Reisebericht kommt an dieser Stelle dann ein Eintrag zu unserer Ausrüstung, bevor wir übermorgen nach Berchtesgaden weiterfahren.

Was wir heute gelernt haben: Die örtliche Touristeninformation ist auf der Reise ein guter Freund. Auch wenn man den betreffenden Ort nur durchfährt und nicht nach Informationen sucht, findet man dort immer eine Toilette und einen Wasserhahn an dem sich der Wasservorrat auffüllen lässt. Grade bei langen Fahrten in den sommerlichen Alpen ist das viel wert und hilft mit angemessener Flüssigkeitszufuhr, die bei 30 Grad und Sonne unglaublich wichtig ist.

Liebe Grüße, bleibt gesund, morgen Abend werdet ihr wieder von uns hören!

Unsere Position am heutigen Abend

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