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Bayern Reise

Tag 28: Bad Feilnbach – Krün

In unserer Schutzhütte klingelte der Wecker wie immer pünktlich um 08:00 Uhr. Nachdem wir schnell eingepackt und alles abgebaut hatten, konnte es heute schon um 9 Uhr los gehen. Bei der Abfahrt trafen wir bereits die ersten Wanderer.

Eingequetsch, dafür aber trocken, in der Schutzhütte

Durch Felder ging es wieder auf den Bodensee-Königssee-Radweg und über den Feilnbach, bis es langsam aber sicher bergauf ging. An einigen Höfen vorbei ging es konsequent mit 2-10% Steigung bergauf. Teilweise musste wieder geschoben werden.

Während des Aufstiegs wurden wir von einer Gruppe älterer Herrschaften auf E-Bikes überholt, welche mit uns ein wenig plaudern wollten. Wir konnten ihnen aber leider nur keuchend einige Antwortfetzen geben.

Nach etwa 300 Höhenmetern kamen wir oben an und konnten endlich frühstücken. Mit einem schönen Blick über das Tal genossen wir die kurze Pause. Als es dann weiter ging, wartete erstmal eine ordentlich Abfahrt auf uns.

Leider wartet ja bekanntlich nach der Abfahrt immer wieder der nächste Aufstieg, welcher nicht lange auf sich warten ließ. Nachdem wir im Tal den Ort Wörnsmühl durchquert hatten ging es direkt wieder los. Erneut ging es über mehrere Kilometer recht steil nach oben.

Wir entschieden uns anschließend dafür, nicht dem Radweg um den Schliersee herum zu folgen, sondern etwas abzukürzen, um unser Tagesziel besser erreichen zu können.

Hinter Hausham wartete der nächste Anstieg auf uns, welcher auf unbefestigten, steilen Wegen recht schwer zu fahren war, so dass wir teilweise wieder auf das Schieben angewiesen waren.

Nachdem wir auch dort oben angekommen waren ging es wieder runter ins Tal bis wir Gmund am Tegernsee erreichten. Nach 35 Kilometern und zahlreichen Höhenmetern machten wir dort eine kurze Pause bei der Touristen-Information, um die Wasserflaschen aufzufüllen und auf die Toilette zu gehen.

Der Tegernsee

Als es weiter ging wurde es recht schnell wieder steil. Bei einer Kopfsteinplasterstrecke durch einen Golfplatz mussten wir erneut schieben. Doch hier waren alle nochmal sehr motiviert, da wir wussten, das dies der letzte besonders steile Anstieg des Tages werden würde.

Endlich oben angekommen waren wir sehr erleichtert. Doch auch die lange Abfahrt hielt wieder einige Tücken bereit. Mit unseren nicht wirklich breiten Reifen war ein hohes Maß an Konzentration notwendig, um sich auf dem steinigen Waldweg zu bewegen.

Sehr schlammig und mit vielen größeren Steinen wurde es sehr rüttelig. Über mehrere Kilometer ging es so weiter bis wir endlich an der lang ersehnten Asphaltstraße wieder ankamen.

Parallel zur Isar ging es für uns knapp sechs Kilometer auf der Hauptstraße bis zum Einkaufsstopp des heutigen Tages nach fast 60 Kilometern in Lenggries. Nachdem wir im Supermarkt alles besorgt hatten, suchten wir uns nur wenig weiter an der Isar ein schönes Plätzchen im unsere nächste Mahlzeit zu verspeisen.

Nach unserer Mittagspause folgten wir dem Verlauf der Isar flussaufwärts. Bei konstanter, aber leicht zu bewältigender, Steigung fuhren wir weiter durch das Isar Tal, bis wir einige Kilometer später den Sylvensteinsee erreichten. Bis dahin fuhren wir abwechselnd auf der B13 und auf naheliegenden, gut gepflegten Radwegen, die uns die Fahrt vereinfachten.

Zu guter Letzt durchfuhren wir einen kleinen Tunnel und fanden uns auf dem Sylvenstein Damm, der den Syvelnsteinsee aufstaut, wieder. Dort hielten wir an, genossen den Ausblick auf den See und das Tal und schossen einige Bilder, bevor wir uns zum zweiten Aussichtspunkt am See aufmachten.

Am Kopf der Fall-Klamm-Brücke bot sich ein wunderschönes Panorama mit dem See im Vordergrund und den Alpen im Hintergrund. Nachdem wir die Brücke überquert hatten, fuhren wir entlang der B107 weiter in Richtung Wallgau. Glücklicherweise war die Straße kaum befahren, abgesehen von der gelegentlichen Gruppe Motorradfahrer. Genau wie uns, schien Ihnen die kurvenreiche Straße mit leichten Steigungen, 50 Meter über der Isar, zu gefallen.

Im Straßenverlauf fuhren wir hinunter zur Isar und bogen auf die Mautstraße nach Wallgau ab, deren Befahrung für uns als Radfahrer kostenfrei gewesen wäre. Allerdings war die Mautstation nicht einmal besetzt. Von dort fuhren wir die ca. 22 km weiter nach Wallgau, knapp über der Isar, aber nun auf der in Fahrtrichtung rechten Seite des Tals. Erneut begeistertere die Aussicht in die Ferne des Tals, die sich an mehreren Aussichtspunkten entlang der Straße bot.

Aussicht von der Mautstraße

In Wallgau angekommen, pausierten wir kurz und navigierten vom Ende der Mautstraße zu unserem Schlafplatz. Am Abend zuvor hatten wir im nächsten Ort drei Schützhütten rausgesucht, die wir nun begutachten wollten. Die erste erwies sich leider nur als besserer Unterstand. Der Weg zur zweiten Schutzhütte war steil und mit losem Kies bedeckt, deshalb sehr anstrengend, aber nach noch einmal 80 Höhenmetern erkannten wir, dass sich die Qual gelohnt hatte. Gleichzeitig brachten uns diese letzten 80 Meter den neuen Höhenrekord von 1360 Metern an einem Tag ein.

In unserer Schutzhütte angekommen – die dritte ließen wir unerkundet – machten wir uns ans Kochen, was dank Fertigessen in Konservendosen recht unaufwendig war. Dafür blieb dann mehr Zeit, den Ausblick auf Krün zu genießen, der sich von der Hütte aus bot.

Nach dem Essen breiteten wir unser Tarp auf dem Boden der Hütte aus, der leider nur aus fester Erde bestand, aus. Darauf legten wir unsere Isomatten und Schlafsäcke. Durch die Hütte waren wir vom Regen geschützt, also hatten unsere Zelte für die Nacht eine verdiente Pause. Gegen 22:00 Uhr gingen wir ins Bett. Selbst im Liegen bot sich durch die halb offene Vorderseite der Hütte noch ein Blick ins Tal, während nebenan ein Bach plätschere.

Morgen geht unsere Etappe zum Bodensee für ca. 90 Kilometer weiter. Es stellen sich wieder über 1000 Höhenmeter in unseren Weg. Allerdings motiviert uns die Aussicht auf einen vollen Pausentag am Montag, sollten wir morgen gut Strecke machen. Ob das klappt, erfahrt ihr morgen!

Neues von heute: Gespräche mit Radfahrern sind schwierig, wenn diese Bergauf fahren. Besser, man fängt sie am oberen Ende der Steigung ab und hält auf ebenem Grund einen Plausch. Anfahren am Berg ist für Radfahrer (besonders die mit Gepäck) nämlich kein Spaß. Auch deswegen ergibt es mehr Sinn sich einen Anstieg ganz hochzukämpfen und oben zu pausieren, als mehrer Pausen zu machen. Falls möglich, natürlich.

Liebe Grüße, bleibt gesund, morgen Abend werdet ihr wieder von uns hören!

Unsere Position am heutigen Abend

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4 Antworten auf „Tag 28: Bad Feilnbach – Krün“

Hallo Jungs , da seit ihr tatsächlich direkt vor meiner Haustür und kurz nach Lenggries bei meiner Arbeitsstelle vorbei gefahren . Die Strecke zum Sylvenstein ist meine Hausstrecke . Genau wie die Strecke von Gmund nach Lenggries wo ich häufig unterwegs bin , eigentlich die ganze Ecke bis Wallgau wo öfters mein Wendepunkt über den Walchensee zurück nach Lenggries ist . Schade das ihr den Walchensee ausgelassen habt , hätte euch sicher gefallen . Wäre von Lenggries aus auch richtig gut zu fahren gewesen und Kilometer mäßig genau das selbe wie über den Sylve , allerdings schöner zu fahren . Aber egal hauptsache es hat euch gefallen . Viel Spaß noch und liebe Grüße .

Viele Wege führen zum Ziel. 🙂 Uns hat die Strecke gut gefallen und den Sylvenstein Speicher wollten wir uns angegucken, deswegen ging es auch da lang. Danke aber für die Tipps für unsere anderen Leser!
Danke für den Kommentar!

Klasse Jungs- weiter so
Sagt’s- wie findets Ihr die Schutzhütten?
Google maps suche im Detail, oder gibts da einen Trick?
Dank
Grüße
Docedt

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