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Tag 29: Krün – Rehbichel

Heute morgen wachten wir mit einem tollen Blick über das Tal auf. Erst lagen noch Wolken im Tal, welche sich aber während wir langsam wach wurden verflüchtigten.

Der Blick von unserem Schlafplatz

Nach einer kurzen Abfahrt in den Ort ging es über die Isar. Wir hielten kurz an der Touristeninformation in Krün, um unser Wasser aufzufüllen und auf die Toilette zu gehen. Weiter ging es von dort aus, wieder aus dem Ort hinaus. Am Radweg an der Bundesstraße ging es für mehrere Kilometer Bergauf, bis wir in Richtung Garmisch-Partenkirchen abbogen.

Über Gerold und Kaltenbrunn bot sich uns anschließend eine tolle Abfahrt bis nach Garmisch. In der Stadt fuhren wir als erstes zum Supermarkt, um Mittagessen für heute zu kaufen.

Anschließend ging es für uns weiter zu einem Fastfood-Restaurant, wo wir auf Felix Familie trafen, welche gerade auf dem Weg an den Gardasee waren. Wir wurden zum Frühstück eingeladen und unterhielten uns über unsere Reise. Nach einer guten Stunde ging es für uns wieder auf den Sattel und für Felix Familie zurück auf die Autobahn.

Für einige Kilometer ging es langsam bergauf. Von 700 auf 820 Meter. In Griesen bogen wir dann auf einen Schotterweg in Richtung Plansee ab. Größtenteils war dieser entlang des Neidernach gut zu befahren. Nur auf teilen der Strecke waren leider größere Steine auf dem Weg, welche wir so gut es ging umfuhren.

Auf dem malerischen Weg durch das alpine Tal kletterten wir weiter, bis wir nach mehreren Serpentinen am Ende den bisher höchsten Punkt der Reise, welcher auf genau 1000 m ü. NN lag, erreichten.

Dort überquerten wir kurz die Grenze zurück nach Österreich. Vom höchsten Punkt fuhren wir etwas runter zum Plansee. Auf dem Weg dorthin mussten wir warten, da dort Baumfällabeiten getätigt wurden und der Weg durch gefällte Bäume versperrt war.

Bei so einer Situation muss man einfach abwarten

Entlang des schönen Plansees ging es auf der Hauptstraße bis zum kleinen Plansee. Auf der Planseestraße ging es hinter dem See wieder Bergauf. Oben angekommen machten wir eine kurze Müsliriegelpause, um uns für die restliche Strecke bis zur Mittagspause zu Stärken.

Da die Planseestraße in Reutte gesperrt war mussten wir etwas weiter als geplant durch dir Stadt fahren, was aber keinen großen Umweg darstellte und schnell geschafft war.

Durch das Tal des Lechs ging es weiter, bis wir auf einen ordentlichen Anstieg zum Alpsee vor uns hatten, diesen aber über die Serpentinen auf dem Radweg gut bewältigen konnten. Hier überquerten wir wieder die Grenze zurück nach Deutschland. Runter bis zum Alpsee fuhren wir weiter und suchten uns am Ufer einen Platz für unser Mittagessen, das wir morgens in Garmisch gekauft hatten.

Unterwegs entlang der Seen

Nach der fertigen Mittagspause fuhren wir bei noch immer strahlender Sonne weiter in Richtung Bodensee. Am Schloss Hohenschwangau vorbei, fuhren wir auf Schloss Neuschwanstein zu, wobei sich uns ein toller Blick auf die imposanten Bauwerke bot, den wir für eine kurze Betrachtungs- und Fotopause nutzten. Auf den Wegen unmittelbar unterhalb der Schlösser war es bemerkenswert leer, im Vergleich zur normalen Besuchersituation, da aufgrund der Corona Krise viele Touristen zuhause bleiben.

Vom berühmten Schloss Neuschwanstein, dass wir nur deshalb nicht noch direkt besuchten, weil wir das alle schon jeweils einmal getan hatten, fuhren wir entlang der Bundstraße nach Füssen weiter. Dort angekommen hielten wir an einem Supermarkt und deckten uns für Sonntag mit Essen ein. Von dort an ging es weiter in Richtung Hopfensee, wo wir unsere Trinkflaschen auffüllen wollten. Davon hielt uns ein Schild ab, das aufforderte, sämtliches Wasser aus dem Landkreis auf Grund einer Bakterieninfektion vor dem Konsum abzukochen.

Schloss Neuschwanstein

Ohne frisches Wasser fuhren wir also von Hopfen am See nach Hopferau und schließlich bis nach Eisenberg. Die Strecke dorthin führte auf Radwegen entlang der größeren Straßen durch die Täler, mit der dazugehörigen gelegentlichen Steigung. Die Sonne, im Begriff bald unterzugehen, schien uns ins Gesicht und ein leichter Gegenwind, der uns durch das Tal begleitete, erschwerte uns das Weiterkommen.

Nach einer guten Stunde weiterer Fahrt erreichten wir dennoch Zell, nachdem wir einen etwas größeren Hügel bewältigt hatten. Aufgrund der fortgeschrittenen Zeit fassten wir den Entschluss uns nach einem Schlafplatz umzusehen. Da es leider keine Schutzhütte in der Nähe gab, entschieden wir uns bei einem der Bauernhöfe im Tal zu fragen, ob wir unserer Zelte auf einer Wiese aufschlagen dürften. Nach kurzer Weiterfahrt erreichten wir Rehbichel, wo wir zum ersten Mal bei einem Hof klingelten. Man verwieß uns freundlich auf die Nachbarn weiter oben an der Straße, da man selber keine Wiesen habe. Kurzum erklommen wir den letzten Anstieg für heute.

Oben angekommen fragten wir erneut und wurden im Gegenzug gefragt, wie weit von der Straße weg wir denn schlafen wollen. Der Bauer beschrieb uns den Weg zu einer Wiese und wünschte uns eine gute Nacht. Wie bedankten uns, machten uns auf den Weg und begannen wenig später an einer Stelle, die das ganze Tal überblickt, unsere Zelte aufzubauen.

Wie aßen zu dritt zu Abend, genossen den Ausblick und den Sonnenuntergang so wie die bald einsetzende, wolkenlose Nacht, bevor wir in unsere Zelte gingen.

Morgen werden wir versuchen, in einem Endspurt 130 Kilometer bis zum Bodensee zu fahren, über immerhin 800+ Höhenmeter. Sollten wir erfolgreich sein, verbringen wir Montag als Pausentag in Friedrichshafen. Falls nicht, holen wir am Montag die verbleibenden Kilometer nach und bleiben den Rest des Tages am Bodensee. Auf alle Fälle kommen wir unserem Etappenziel immer näher.

Erkenntnis des Tages: Wichtiges Werkzeug für Radreisende: Ein Speichenschlüssel, der es einem ermöglicht, lockere Speichen festzuziehen. Grade nach langen Holperpisten tut es einem Rad gut, wenn man einen kurzen Blick auf die Speixhdn wirft. Sonst steigt das Riskio, dass irgendwann eine bricht. Das sorgt dann wiederum für noch mehr Probleme, die sich aber alle mit Hilfe eines Speichenschlüssels (oder notfalls einer beherzt angesetzten Zange) verhindern lassen.

Liebe Grüße, bleibt gesund, morgen Abend werdet ihr wieder von uns hören!

Unsere Position am heutigen Abend

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2 Antworten auf „Tag 29: Krün – Rehbichel“

Hallo Ihr Radreisenden,
heute erfreut Ihr uns wieder mit einem interessanten Reisebericht und mit wunderschönen Fotos. Ich kann mir bildlich vorstellen, wie Ihr die herrlichen Ausblicke genießt. Auch bewundere ich Euren Mut, einfach bei fremden Menschen an der Tür zu klingeln und um einen Schlafplatz zu bitten. Kostet das Überwindung?
Inzwischen seid Ihr ja am Bodensee angekommen, wie ich auf Instagramm gesehen habe.
Herzliche Grüße aus dem Erzgebirge.
Petra

Du hast Recht, da man auf dem Fahrrad außer dem Treten nicht allzuviel zu tun hat, wird sehr viel geguckt. Es ist wunderschön hier. Es kostet sehr viel Mut wo zu klingeln, aber bei Bauern kann man sich recht sicher sein, dass die irgendwo bestimmt eine Wiese haben, die zur Zeit nicht bestellt ist. Genau heute sind wir am Bodensee angekommen und übernachten in Friedrichshafen.
Danke für den Kommentar!

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