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Tag 30: Rehbichel – Friedrichshafen

Geweckt wurden wir heute morgen durch die Sonne. Da diese im Moment sehr früh aufgeht und dann natürlich schon früh sehr viel Kraft hat, wurde es heute morgen im Zelt schon ab 07:00 Uhr so warm, dass wir nicht mehr wirklich schlafen konnten. Nach etwas dösen standen wir dann um 08:00 Uhr auf und machten uns daran die Ausrüstung zusammenzupacken.

Da durch den Morgentau und das Kondenswasser der Nacht die Zelte noch sehr Nass waren, bauten wir diese schnell ab, um sie auf einem asphaltierten Weg in der Nähe auszubreiten und zu trocknen.

Gegen 09:30 Uhr konnte es dann losgehen. Mit trockenen Sachen fuhren wir durch das Allgäu in Richtung Nesselwang. Dort hatten wir bereits eine öffentliche Toilette herausgesucht. Da die erste leider geschlossen hatte, fuhren wir die Touristen-Information an. Da die Toilette dort leider auch geschlossen hatte, ging es zur letzten Option, der Kirche. Zum Glück hatte diese am Sonntag geöffnet und wir konnten dort unsere Wasserflaschen auffüllen, welche bereits gestern abend fast alle waren.

Mit vollen Flaschen ging es anschließend weiter nach Oy. Bereits vor dem Ort ging es langsam aber sicher bergauf. Dies entwickelte sich zum stärksten Anstieg des heutigen Tages. Kurz vor dem höchsten Punkt sahen wir eine tolle Bank, welche für uns eine super Gelegenheit bot, unser Frühstück zu essen. Nach 12 zurückgelegten Kilometern taten wir dies auch mit bereits einigem Hunger.

Weiter ging es danach noch etwas den Berg hoch bis wir oben angekommen waren. Es bot sich uns ein toller Ausblick über das Allgäu und den Rottachsee. Nach einer langen Abfahrt durch mehrere Dörfer ging es noch ein paar mal auf und ab, bis es schließlich nach Immenstadt im Allgäu wieder eine längere Abfahrt gab.

Nach Immenstadt fuhren wir die sehr schöne Strecke am Alpsee gemeinsam mit vielen anderen Radfahrern entlang. Leider hatten wir dort mit viel Gegenwind zu kämpfen, welcher uns auch noch für den Rest des Tages begleitete.

Der Gegenwind, welcher uns fast den ganzen Tag begleitete

Nach dem Alpsee ging es im Tal der Konstanzer Ach weiter bis kurz vor Oberstaufen. Nach einem kurzen Abstecher durch ein Resort mit Golfplatz ging es weiter nach Buflings.

Dort bogen wir in das Tal des Seelesgraben ab und folgten diesem für einige Kilometer auf einem sehr schönen Kiesweg. Zurück zur Hauptstraße mussten wir noch einen ordentlichen Anstieg bewältigen, doch dies war noch gut zu schaffen.

Weiter an der Hauptstraße ging es bis nach Schönau, wo wir heute nach 62 Kilometern unsere Mittagspause einlegten. Es gab noch einige Brotreste von den Vortagen und frisches Brot, welches wir neben Salami am Samstag besorgt hatten. Endlich im Schatten hatte der ständige Wind auch sein gutes und so konnten wir in der Kühle die Pause genießen.

Gut gesättigt fuhren wir also weiter in Richtung Bodensee. Wir folgten der Landstraße weiter, immernoch mit ordentlich Gegenwind, der das Gefälle zum Bodensee fast vollständig ausglich. Uns kam es also vor, als wären wir auf ebenem Untergrund unterwegs.

Gegen Wind und den gelegentlichen Anstieg kämpften wir uns weiter durch, während die Sonne uns auf den Rücken schien. Nach einigen Kilometern bot sich uns ein erstes Hindernis. Wir navigierten von der Hauptstraße weg in Richtung einer anderen, die allerdings nicht direkt verbunden war. So mussten wir über Feldwege, die zunächst zwar noch gut zu befahren waren, ausweichen. Bald führten uns diese in einen Wald, wurden dabei zunehmend holpriger, bis wir an eine Brücke kamen. Die Brücke bot uns eine doppelte Herausforderung: Zunächst führte je eine Treppe zur Brücke hinunter und von der Brücke wieder hinauf. Die Brücke selbst war zusätzlich zu schmal, um unsere vollgepackten Räder passieren zu lassen.

Da Umdrehen auf Grund des dann in Kauf zu nehmenden großen Umweges keine Option war, mussten wir die Brücke überqueren. Eine Hecktasche und der Drybag auf dem Gepäckträger abmontiert, schoben wir unsere Räder die steile Treppe hinab, über die Brücke und in einem kleinen Kraftakt am anderen Ende wieder hinauf.

Die zu überwältigende Brücke

Nach 15 Minuten Arbeit ging es weiter. Zur nächsten Brücke. Diese war aber deutlich breiter und hatte nur am anderen Ende eine kleine Treppe, war also leicht mit den wieder voll bepackten Rädern leicht zu überqueren. Nach kurzer Zeit und einem kleinen Stück bergauf erreichten wir die andere Bundesstraße.

Bald darauf kamen wir am Bodensee, genauer in Wasserburg am Bodensee an und folgten von dort dem Bodensee Radweg. Dieser entpuppte sich als eine kleine Enttäuschung. Wir hatten gehofft wenigstens ein bisschen am Seeufer entlang fahren zu können, der Radweg verlief aber fast vollständig in zweiter Reihe und erlaubte nur selten überhaupt einen Blick auf den See.

Der Bodensee

Dennoch fuhren wir auf dem Radweg weiter bis nach Friedrichshafen. Unterwegs wurden wir von einer, sich zwischen uns schließende, Bahnschranke getrennt, trafen und aber kurz vor unserem Tages- und Etappenziel. Bei Bekannten von Felix werden wir doppelt übernachten. Den zusätzlichen Pausentag haben wir uns durch die weiten Fahrten der letzten Tage erkämpft.

Nachdem wir von August begrüßt wurden, stellten wir die Räder ab und bauten unsere Zelte im Garten auf. Danach setzten wir uns mit ihm und seinem Sohn Ingo an den Gartentisch, erzählten von unserer Reise und plauderten über dies und das. Nach dem wir alle drei uns nach einander zum ersten Mal seit Tagen wieder geduscht hatten, warfen wir die gestern gekauften Spagetti in den Topf. Wenig später aßen wir selbige mit rotem Pesto. Danach entspannten wir noch eine wenig, bevor wir uns in die Zelte legten.

Morgen ist wie gesagt ein Pausentag. Dieser wird der Wartung unser Fahrräder und unser eigenen Erholung zugute kommen. Danach beginnt unsere nächste Etappe in Richtung Karlsruhe. Dazu morgen mehr.

Erkenntnis des Tages: Wer an bekannten Seen wie zum Beispiel dem Bodensee entlangfahren will, sollte vorher noch einmal überprüfen, ob der Radweg auch wirklich am Ufer entlang führt. Falls das nicht der Fall ist, macht es vielleicht Sinn eine kürzere Route zu wählen, oder eine Route mit Ausblick statt Seezugang zu wählen. Das ist in dem Fall vielleicht etwas sinnvoller.

Liebe Grüße, bleibt gesund, morgen Abend werdet ihr wieder von uns hören!

Unsere Position am heutigen Abend

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2 Antworten auf „Tag 30: Rehbichel – Friedrichshafen“

Der Blick auf den Bodensee ist etwas ganz besonderes. Schade, dass der Radweg nicht direkt am See entlang führt. Meine Erinnerung an den Bodensee sind jede Menge Mücken.
Ich wünsche Euch eine gute Nacht.
Herzliche Grüße aus dem Erzgebirge.
Petra

Die Mücken haben wir noch nicht gemerkt, wir sind aber auch nicht direkt am Wasser. Der Weg geht leider nur in zweiter Reihe, aber ist dafür gut ausgebaut.
Danke für den Kommentar!

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