Kategorien
Baden-Württemberg Reise

Tag 33: Pfohren – Freiburg

Nach einer recht kalten Nacht wachten wir heute in der Nähe von Pfohren in einem leider noch sehr nassen Zelt auf. Schnell räumten wir alles aus dem Zelt, um es noch etwas in die Sonne stellen zu können. Nachdem wir dann alles zusammengepackt hatten, war das Zelt dann auch endlich trocken und wir konnten uns um 9:45 Uhr auf den Weg machen. Das Ziel war es heute den Schwarzwald zu überqueren und Freiburg zu erreichen, wo wir über 1nitetent bereits eine Übernachtungsmöglichkeit gefunden hatten.

Wir fuhren nur einen kurzes Stück durch die Wiesen entlang der Donau bis nach Donaueschingen. Dort besuchten wir kurz die Quelle der Donau, welche sehr nett hergerichtet der Startpunkt für viele Radreisende ist, von welchen wir dort einige Antrafen. Direkt neben der Quelle befindet sich die Touristeninformation, welche wie bisher an vielen Tagen unsere Anlaufstelle für Wasser und eine Toilettenpause war. Heute frühstückten wir draußen davor noch kurz. Um 11:00 Uhr ging es dann weiter in den Schwarzwald.

Die Donauquelle in Donaueschingen

Über Bräunlingen machten wir uns an den Anstieg durch den Schwarzwald. Auf einem Kiesweg ging es durch einen malerischen Wald langsam aber beständig 350 Meter bergauf auf 1020 m ü. NN, was für uns, zwar nur knapp, aber trotzdem einen neuen Höhenrekord darstellte. Vorbei am Kirnbergsee kletterten wir etwa 10 Kilometer, was allerdings ein Glücksfall war, da der Weg nie sehr steil verlief.

Die Wegbeschaffenheit beim Anstieg

Oben angekommen ging es auch direkt schon wieder hinunter über die Bundesstraße nach Titisee-Neustadt, wo wir für heute nach 38 Kilometern einkaufen gingen. Zum Glück fanden wir durch einen Blick auf die Route noch einen neuen Weg runter nach Freiburg und konnten uns so nach Titisee einen 300 Meter Anstieg sparen.

Dementsprechend gut war die Laune als es von Titisee-Neustadt weiterging. Wir hielten Ausschau nach einer Bank, um unser Mittagessen zu essen. In der Ortsmitte von Titisee wurden wir dann endlich fündig und konnten in der Mittagspause die müden Beine etwas ausruhen.

Mit der Mittagspause im Rücken, machten wir uns wieder auf den Weg in Richtung Freiburg. Nach einem kurzen Stück auf Nebenstraßen führte uns die Route über den Hochschwarzwälder Golfclub auf die B31. Die B31 ist auf dem Abschnitt nach Freiburg in großen Teilen ohne Radweg, aber auch so abschüssig und kurvig, dass man den Autofahrern dort kaum auf die Nerven gehen kann, da diese auch ohne uns nicht viel schneller hätten fahren können.

Es ging also bergab. Trotz Gegenwind und ohne auch nur einmal in die Pedale getreten zu haben, beschleunigten unsere schwer beladenen Räder auf an die 50 km/h, sodass vor so mancher Kurve kräftig in die Eisen gestiegen werden musste. Gut, dass wir kurz zuvor unsere Bremsen auf Verschleiß, Funktion und Ausrichtung getestet hatten. Trotz des Tests unter extremen Bedingungen, bewährten sich unserer Bremsen.

Weniger erfolgreich war Eriks Hinterrad. Als es grade auf die berühmte Kreuzfelsenkurve zuging, bemerkte Erik, dass sein Fahrrad quasi zu zittern begann. Da es recht böig war, es also ohne hin etwas wackelig auf den Rädern war, machte er sich keinen all zu großen Kopf und fuhr weiter. Das Problem wurde aber schleichend schlimmer und einige Kilometer weiter und dann binnen kürzester Zeit ließ sich das Fahrrad kaum noch auf Spur halten. Erik fuhr also, zum Glück noch mit Absicht, nach einer Kurve rechts zur Bergseite von der Straße ab und bemerkte im Straßengraben, das quasi alle Speichen des Hinterrades die Spannung verloren hatten. Das Hinterrad ließ sich ohne Aufwand und per Hand gut 2 cm in beide Richtungen bewegen und war mitterweile selbst nicht mehr Spurtreu. Etwas Besorgnis erregend: Bei der letzen Kontrolle der Speichen, die heute morgen stattgefunden hatte, war noch alles normal.

Die nächste halbe Stunde saß Erik also im Graben, zentrierte das Hinterrad neu und zog Speichen fest, während Felix und Henrik am Ende der größten Gefälle, in Himmelreich, warteten.

Nachdem wir uns alles dort getroffen hatten, ging es weiter nach Freiburg. Es bleib auf der Fahrt abschüssig, nun aber deutlich weniger. Eine Dreiviertelstunde später erreichten wir unser Tagesziel.

Wir durchfuhren die Freiburger Innenstadt, ließen uns von Kopfsteinpflaster durchschütteln, umkurvten kleine Kanälchen am Straßenrand und Straßenbahnschienen. Auf Fahrradstraßen ging es dann weiter ins Viertel Haslach, wo wir im Gemeinschaftsraum eines Wohnprojektes übernachten würden. Das Ganze ergab sich über 1nitetent.

Freiburger Münster

Wir wurden von unseren Gastgebern und deren Nachbarn freundlich begrüßt, duschten kurz, nachdem wir unsere sieben Sachen in den Gemeinschaftsraum gestellt hatten und gingen dann einkaufen. Wir aßen fertige Gemüsepfannen, die wir in der Küche des Gemeinschaftsraumes zubereiteten. Den Rest des Abends entspannten wir, bevor wir uns auf den Couches im Raum schlafen legten.

Morgen geht es in Richtung Karlsruhe am Rhein entlang weiter. Bis nach Karlsruhe werden wir allerdings zwei Tage benötigen.

Erkenntnise! des Tages: Grade wenn man schon lange unterwegs ist sollte man oft und grundsätzlich gründlich die Räder auf Verschleiß überprüfen: Trockene Ketten, Luftlose Reifen, Abgefahrene Bremsbeläge und vieles mehr werden eventuell schnell gefährlich. Grade direkt vor abschüssigen Streckenabschnitten oder anderen gefährlichen Abschnitten ist das besonders wichtig, auch wenn der letzte Check noch nicht weit zurück liegt. Sinn ergibt es auch, nach langer Fahrt auf schlechtem Untergrund zu überprüfen, ob auch am Fahrrad noch alles dran ist. So hätte sich vielleicht auch der ungeplante Ritt in den Straßengraben heute Nachmittag verhindern lassen.

Weil sich aber nicht alles verhindern lässt und doch Manches auftreten kann das repariert werden muss, noch ein zweiter Tipp: Nach Feldreperaturen ein wenig weiterfahren, dann aber unbedingt anhalten und kontrollieren ob die Reparatur hält und gegebenenfalls noch einmal nachjustieren. Das Ganze dann in größer werdenden Abständen ein, zwei Mal wiederholen. Das gilt erneut besonders auf gefährlichen Strecken.

Liebe Grüße, bleibt gesund, morgen Abend werdet ihr wieder von uns hören!

Unsere Position am heutigen Abend

Hier findet ihr unsere neuesten Beiträge:

 457 Aufrufe

2 Antworten auf „Tag 33: Pfohren – Freiburg“

Wieder erinnert mich Eure Strecke an vergangenen Urlaub und Erinnerungen werden wach, wie; Schwimmen im Titisee, Eisessen im Ort, vielleicht in der Nähe wo Ihr Pause gemacht habt. Ein Ausflug nach Freiburg wird wieder lebendig.
Straßburg ist nicht mehr weit. Vielleicht folgt ihr dem Rhein Radweg und kommt an der Brücke die den Rhein von Deutschland nach Frankreich überquert, vorbei.
Ich bin gespannt auf den nächsten Abschnitt dieser Etappe.

Ein Glück, dass für Erik alles gut ausgegangen ist!!!
Herzliche Grüße aus dem Erzgebirge.
Petra

Wir haben an einem Ort ganz in der Nähe zu Frankreich übernachtet. 🙂
Danke für den Kommentar!

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.