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Kündigungswelle beim ADAC: Kritik nach Aussagen zu höheren Spritpreisen wächst
Kündigungswelle beim ADAC: Kritik nach Aussagen zu höheren Spritpreisen wächst
Der
ADAC sieht
sich derzeit mit ungewöhnlich heftiger Kritik aus den eigenen
Reihen konfrontiert. Auslöser ist eine öffentliche Aussage des
ADAC-Präsidenten, in der er sich offen für höhere CO₂-Preise und
damit indirekt auch für steigende Kraftstoffpreise ausgesprochen
haben soll. Was als Beitrag zur klimapolitischen Debatte gedacht
war, entwickelt sich nun zu einem ernsten Problem für den größten
Automobilclub Europas.

Aussage mit Sprengkraft
In Interviews und öffentlichen
Wortmeldungen betonte der ADAC-Präsident, dass höhere CO₂-Preise
ein wirksames Instrument sein könnten, um den Klimaschutz
voranzubringen und den Umstieg auf alternative Antriebe zu
beschleunigen. Damit stellte er sich zumindest teilweise hinter
politische Maßnahmen, die Autofahrer unmittelbar finanziell
belasten.

Für viele Mitglieder kam diese Position jedoch einem Tabubruch gleich. Der ADAC gilt traditionell als Interessenvertretung der Autofahrer – besonders jener, die auf ihr Fahrzeug angewiesen sind und steigende Kosten kaum kompensieren können. Entsprechend scharf fiel die Reaktion aus.
Mitglieder fühlen sich verraten
In sozialen Netzwerken und
Online-Foren berichten zahlreiche Mitglieder, sie hätten ihre
Mitgliedschaft gekündigt oder planten diesen Schritt. Der Vorwurf:
Der ADAC entferne sich zunehmend von seiner eigentlichen Aufgabe
und übernehme politische Narrative, die den Alltag vieler Menschen
erschweren.

Besonders in ländlichen Regionen, wo Alternativen zum Auto oft fehlen, sorgen steigende Spritpreise für Frust. Viele Autofahrer empfinden es als Affront, dass ausgerechnet ihre eigene Interessenvertretung höhere Kosten befürwortet. Kommentare wie „Dann brauche ich euch nicht mehr“ oder „Der ADAC spricht nicht mehr für mich“ tauchen immer wieder auf.
Grundsatzfrage: Rolle des ADAC
Die Debatte berührt eine
grundsätzliche Frage: Welche Rolle soll der ADAC künftig einnehmen?
Ist er ausschließlich Anwalt der Autofahrer – oder auch
gesellschaftspolitischer Akteur, der Themen wie Klima- und
Verkehrswende aktiv mitgestaltet?

Der Club selbst betont seit Jahren, dass Mobilität im Wandel sei und man sich dieser Realität nicht verschließen könne. Neben Pannenhilfe und Mitglieder-Service wolle man auch Impulse für eine nachhaltige Verkehrspolitik setzen. Genau dieser Spagat scheint nun vielen Mitgliedern zu weit zu gehen.
Kündigungen mit Signalwirkung
Offizielle Zahlen zu den
Kündigungen nennt der ADAC bislang nicht. Intern soll man die
Entwicklung jedoch sehr genau beobachten. Branchenkenner sprechen
von einer „spürbaren, aber noch nicht existenzbedrohenden“
Kündigungswelle. Dennoch: Schon der öffentliche Eindruck eines
Mitgliederverlustes schadet dem Image eines Vereins, der seine
Stärke stets aus der Masse seiner Mitglieder bezogen hat.

Hinzu kommt der Vertrauensverlust. Selbst Mitglieder, die nicht sofort kündigen, äußern Zweifel daran, ob ihre Interessen noch angemessen vertreten werden. Vertrauen, einmal erschüttert, lässt sich nur schwer wiederherstellen.
Präsident unter Druck
Der Präsident steht inzwischen
deutlich unter Rechtfertigungsdruck. Kritiker werfen ihm vor, die
Wirkung seiner Worte unterschätzt zu haben. In der aufgeheizten
Debatte um Energiepreise, Inflation und Lebenshaltungskosten seien
Aussagen zu höheren Spritpreisen besonders sensibel.

Aus dem Umfeld des ADAC heißt es, man habe nie pauschal „teurer Tanken“ gefordert, sondern auf langfristige Lenkungswirkungen von CO₂-Preisen hingewiesen. Diese Differenzierung kommt bei vielen Mitgliedern jedoch nicht an – oder wird bewusst ignoriert.
Wie reagiert der ADAC?
Inzwischen versucht der ADAC,
die Wogen zu glätten. In internen Mitteilungen und öffentlichen
Statements wird betont, dass man sich weiterhin klar für bezahlbare
Mobilität einsetze. Gleichzeitig hält der Club daran fest, dass
Klimaschutz und Mobilität kein Widerspruch sein müssten.

Ob diese Balance gelingt, ist offen. Klar ist jedoch: Der ADAC steht an einem Scheideweg. Entweder gelingt es ihm, seine Mitglieder mitzunehmen und Positionen besser zu erklären – oder die Entfremdung wächst weiter.
Fazit
Die aktuelle Kündigungswelle
zeigt, wie sensibel das Thema Mobilitätskosten ist. Für viele
Menschen ist das Auto kein Luxus, sondern Notwendigkeit. Wenn ihre
Interessenvertretung als Unterstützer steigender Kosten
wahrgenommen wird, ist der Vertrauensbruch vorprogrammiert.

Der ADAC wird sich entscheiden müssen, wie er
seine Rolle künftig definiert – und vor allem, wie er kommuniziert.
Denn eines ist sicher: Worte haben Konsequenzen. Besonders dann,
wenn sie ausgerechnet von denen kommen, die eigentlich schützen
sollen.

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Wandern mit Kindern: Diese Risiken werden oft unterschätzt

Wandern mit Kindern: Diese Risiken werden oft unterschätzt
Eine Wanderung in den Bergen oder durch sommerliche Wälder gehört für viele Familien zu den schönsten gemeinsamen Aktivitäten. Doch gerade bei Kindern und Jugendlichen kann sich der Gesundheitszustand auf Touren schneller verändern, als Eltern es erwarten. Wer die wichtigsten Risikofaktoren kennt und rechtzeitig reagiert, kann die meisten Notfälle vermeiden.

Warum Kinder und Jugendliche beim Wandern besonders gefährdet sind
Der kindliche Organismus reguliert Temperatur, Flüssigkeitshaushalt und Kreislauf anders als der eines Erwachsenen. Kinder schwitzen weniger effektiv, verlieren dadurch schneller die Fähigkeit, Körperwärme abzugeben, und bemerken Erschöpfung oder Durst häufig erst spät. Jugendliche wiederum überschätzen ihre eigene Leistungsfähigkeit gerade in der Pubertät oft – ein Faktor, der bei längeren oder anspruchsvolleren Touren zum Risiko werden kann.

Die häufigsten Gefahren auf Wandertouren
- Hitzschlag und Überhitzung: Besonders bei direkter Sonneneinstrahlung ohne ausreichend Schatten oder Pausen.
- Dehydrierung: Kinder trinken von sich aus oft zu wenig, gerade wenn sie im Spiel oder Wanderfluss abgelenkt sind.
- Unterzuckerung: Lange Anstiege ohne regelmäßige, energiereiche Pausen können besonders bei Kindern schnell zu Kreislaufproblemen führen.
- Plötzliche Wetterumschwünge: Gewitter, Temperaturstürze oder Nebel entstehen im Gebirge oft innerhalb kurzer Zeit.
- Absturz- und Stolpergefahr: Steiniges, unwegsames oder nasses Gelände wird von Kindern häufig unterschätzt.
- Unterkühlung: Auch im Sommer kann es in höheren Lagen oder bei Regen schnell kühl werden.

Warnsignale erkennen: Wann Eltern aufmerksam werden sollten
Der kindliche Körper zeigt Warnsignale oft subtiler als der eines Erwachsenen. Eltern und Begleitpersonen sollten besonders auf folgende Anzeichen achten:
- Ungewöhnliche Blässe oder gerötetes, überhitztes Gesicht
- Klagen über Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit
- Auffällige Erschöpfung, Wortkargheit oder Antriebslosigkeit
- Zittern, kalter Schweiß oder unsicherer Gang
- Nachlassende Reaktionsfähigkeit auf Ansprache
Wichtig: Diese Symptome sollten nie mit dem Argument „wir sind gleich da“ ignoriert werden – gerade in unwegsamem Gelände kann sich ein Zustand innerhalb weniger Minuten deutlich verschlechtern.

Richtig handeln im Notfall
- Sofort anhalten und die Situation einschätzen – bei ersten Anzeichen von Erschöpfung, Schwindel oder Überhitzung nicht weitergehen.
- Schatten und kühlere Umgebung aufsuchen, wenn möglich, und beengende Kleidung öffnen.
- Kleine Mengen Wasser anbieten, jedoch nicht hastig große Mengen auf einmal, um den Kreislauf nicht zusätzlich zu belasten.
- Notruf wählen (112), sobald sich der Zustand nicht rasch bessert oder Bewusstseinseintrübung auftritt – in Deutschland ist die Nummer auch in vielen abgelegenen Bergregionen erreichbar.
- Standort so genau wie möglich angeben: markante Wegpunkte, GPS-Koordinaten über das Smartphone oder Notfall-Apps wie die „SOS-EU-ALP“-App erleichtern die Bergrettung erheblich.
- Bei Bewusstlosigkeit oder fehlender Atmung sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen, bis Rettungskräfte eintreffen.

Vorbeugung: So wird die Familienwanderung sicherer
- Route dem Leistungsniveau des jüngsten Familienmitglieds anpassen, nicht dem der Erwachsenen.
- Ausreichend Wasser und energiereiche Snacks mitführen und regelmäßig aktiv zu Trinkpausen auffordern, statt auf Durstgefühl zu warten.
- Wettervorhersage vor Tourbeginn prüfen und bei Gewitterwarnung die Route verschieben oder verkürzen.
- Sonnenschutz nicht vergessen: Kopfbedeckung, Sonnencreme und leichte, atmungsaktive Kleidung.
- Feste, passende Schuhe statt offener Sandalen oder ungeeigneten Freizeitschuhen.
- Handy mit vollem Akku und Offline-Kartenmaterial für Bereiche ohne Netzempfang mitführen.
- Realistische Pausenplanung: Lieber häufiger kurz pausieren als seltene, lange Rastzeiten einplanen.

Reiseapotheke für Wandertouren
Eine kleine Grundausstattung gehört in jeden Wanderrucksack: Pflaster und Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel, eine Rettungsdecke, ausreichend Wasser sowie bei bekannten Vorerkrankungen die entsprechenden Notfallmedikamente. Bei Touren in entlegenen Regionen empfiehlt sich zusätzlich eine Auslandskrankenversicherung mit Bergungs- und Rettungskostenschutz.

Fazit: Aufmerksamkeit ist der beste Schutz
Die überwiegende Mehrheit der Familienwanderungen verläuft ohne Zwischenfälle. Dennoch zeigen wiederkehrende Rettungseinsätze in Wander- und Bergregionen, wie schnell sich der Zustand von Kindern verändern kann. Wer Warnsignale ernst nimmt, die Tour realistisch plant und im Ernstfall besonnen reagiert, schützt die ganze Familie – und kann den gemeinsamen Ausflug in die Natur unbeschwerter genießen.
Themen: Wandern mit Kindern, Familienwanderung, Erste Hilfe, Bergrettung, Hitzschlag
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