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Lauterbach am 1. Mai von wütender Menschenmenge bedrängt

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Am Tag der Arbeit kam es in Berlin zu einem unangenehmen Zwischenfall für den amtierenden Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). Während einer Demonstration am Berliner Südstern geriet der Politiker inmitten einer aufgebrachten Menge in eine angespannte Situation. Laut Beobachtungen vor Ort musste Lauterbach das Gebiet mit Unterstützung seiner Personenschützer zügig verlassen.

Ein Video, das sich im Netz verbreitet, zeigt, wie ein Demonstrant ihn zunächst lautstark anspricht und ihn dann mit einer aggressiven Beleidigung verfolgt. Der Minister, sichtlich irritiert, hebt instinktiv die Hände zum Schutz vor sein Gesicht, während ihn Sicherheitskräfte abschirmen und aus der Menge geleiten.

Laut ersten Informationen war Lauterbach privat unterwegs, musste jedoch aufgrund von Straßensperrungen zu Fuß durch das Demonstrationsgebiet gehen. Augenzeugen zufolge bestand zu keinem Zeitpunkt eine körperliche Bedrohung, auch wenn der Ton der Protestierenden äußerst feindselig war.

Auffällig ist, dass viele Teilnehmer der Demonstration Palästinensertücher trugen – ein häufiges Symbol bei linken Protestaktionen. Die Szene fand im Rahmen der sogenannten „Revolutionären 1.-Mai-Demo“ statt, die jedes Jahr in Berlin-Kreuzberg von linksradikalen Gruppen organisiert wird.

Nach dem Vorfall äußerte sich Lauterbach dankbar gegenüber seinen Sicherheitskräften vom Bundeskriminalamt (BKA), die in der Situation schnell reagierten. Im Netz sorgte das Ereignis für Diskussionen – auch Autor Dario Schramm kommentierte die Szene kritisch und nannte die Protestgruppe eine „Pennertruppe“.

Lauterbach, der für viele das Gesicht der deutschen Corona-Politik war, ist öffentliche Kritik gewohnt. Während der Pandemie war er immer wieder Zielscheibe von Anfeindungen. Der aktuelle Vorfall jedoch ereignet sich zu einem sensiblen Zeitpunkt: Die Diskussion um seine Ablösung als Gesundheitsminister ist bereits im Gange.

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Mara war sieben Jahre eingesperrt. Ihre Mutter und Großeltern werden angeklagt.

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Mara war sieben Jahre eingesperrt. Ihre Mutter und Großeltern werden angeklagt.


Der Fall der heute zwölfjährigen Mara aus dem Siegerland in Nordrhein-Westfalen erschüttert seit seiner Bekanntwerdung die Öffentlichkeit weit über die Region hinaus. Was Ermittler im September 2022 aufdeckten, wirkt wie ein düsteres Kapitel aus einem Kriminalroman – doch es ist bittere Realität. Ein Kind soll über Jahre hinweg von seiner eigenen Mutter und mutmaßlich auch von den Großeltern weitgehend von der Außenwelt abgeschottet und eingesperrt worden sein. Nun müssen sich die Angehörigen vor Gericht verantworten.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft begann das Martyrium bereits im frühen Kindesalter. Mara, deren Name aus Gründen des Persönlichkeitsschutzes geändert wurde, soll seit ihrer Geburt kaum Kontakt zur Außenwelt gehabt haben. Keine regelmäßigen Arztbesuche, keine Ausflüge mit dem Kinderwagen, keine Spielgruppe, kein Kindergarten. Während andere Kinder erste Freundschaften knüpfen und spielerisch die Welt entdecken, blieb ihr Alltag offenbar auf wenige Räume im Haus beschränkt.

Besonders brisant ist der Vorwurf, dass die Mutter gegenüber dem Kindesvater einen Umzug nach Italien vorgetäuscht haben soll. Der Vater habe demnach über Jahre hinweg geglaubt, seine Tochter lebe im Ausland. Tatsächlich jedoch soll sich das Mädchen weiterhin in Deutschland aufgehalten haben – isoliert, verborgen und ohne soziale Kontakte. Erst Hinweise aus dem familiären Umfeld führten schließlich dazu, dass sich der Verdacht erhärtete.

Am 23. September 2022 standen Beamte von Polizei und Jugendamt mit einem richterlichen Durchsuchungsbeschluss vor dem Haus in Attendorn. Was sie dort vorfanden, ließ selbst erfahrene Einsatzkräfte nicht unberührt. Mara wurde aus dem Haus geholt und in Obhut genommen. Für das Mädchen begann damit ein völlig neuer Lebensabschnitt – einer, der gleichermaßen Hoffnung wie enorme Herausforderungen mit sich bringt.

Die gesundheitlichen Folgen der jahrelangen Isolation sind gravierend. Laut Anklage leidet Mara unter massiven Entwicklungsverzögerungen. Ärzte stellten unter anderem einen ausgeprägten Vitamin-D-Mangel fest, der die Knochenbildung beeinträchtigt haben soll. Ihre Beine sind deformiert, sie kann ihre Fußsohlen nicht richtig aufsetzen und läuft auf Zehenspitzen. Treppen und unebene Böden stellen für sie große Schwierigkeiten dar. Hinzu kommen psychische Belastungen: Angst vor Gegenständen, Panik bei sozialen Kontakten, große Unsicherheit im Umgang mit unbekannten Situationen.

Auch ihr Ernährungsverhalten ist auffällig. Berichten zufolge verlor sie nach ihrer Befreiung stark an Gewicht und entwickelte gravierende Ängste. Unbekannte Lebensmittel möchte sie weder anfassen noch probieren. All dies deutet auf eine extreme Form der sozialen und emotionalen Vernachlässigung hin. Experten betonen, dass Kinder in den ersten Lebensjahren auf vielfältige Reize, soziale Interaktion und stabile Bindungen angewiesen sind, um sich gesund entwickeln zu können. Werden diese elementaren Bedürfnisse dauerhaft missachtet, können langfristige Schäden entstehen.

Vor dem Landgericht Siegen muss sich nun die Mutter wegen Körperverletzung und Freiheitsberaubung verantworten. Auch die Großeltern sind angeklagt. Ihnen wird vorgeworfen, beim Einsperren und der Abschottung geholfen oder zumindest davon gewusst zu haben. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass das Kind gezielt von der Außenwelt ferngehalten wurde, um es für sich zu behalten und dem Vater zu entziehen. Für das Verfahren sind mehrere Verhandlungstage angesetzt, an denen Zeugen gehört und Gutachten vorgestellt werden sollen.

Der Fall wirft viele Fragen auf. Wie konnte es über Jahre hinweg unentdeckt bleiben, dass ein Kind praktisch unsichtbar war? Welche Rolle spielten Nachbarn, Verwandte oder Behörden? Und welche Mechanismen greifen, um Kinder in vergleichbaren Situationen früher zu schützen? In Deutschland besteht Schulpflicht – spätestens mit sechs Jahren hätte das Fehlen eines Kindes im Schulsystem auffallen müssen. Ob es Versäumnisse gab und wenn ja, auf welcher Ebene, ist Gegenstand intensiver Diskussionen.

Gleichzeitig richtet sich der Blick auf Maras Zukunft. Fachleute aus Psychologie, Pädagogik und Medizin arbeiten daran, ihr Schritt für Schritt ein selbstbestimmteres Leben zu ermöglichen. Der Aufbau von Vertrauen, das Erlernen sozialer Kompetenzen und die medizinische Behandlung körperlicher Schäden sind langwierige Prozesse. Doch Experten betonen, dass Kinder trotz schwerer Startbedingungen erstaunliche Resilienz entwickeln können – vorausgesetzt, sie erhalten nun die nötige Unterstützung.

Für die Öffentlichkeit bleibt der Fall ein Mahnmal dafür, wie verletzlich Kinder sind, wenn Schutzmechanismen versagen oder bewusst umgangen werden. Er zeigt, wie wichtig es ist, genau hinzusehen, Hinweise ernst zu nehmen und bei Verdachtsmomenten konsequent zu handeln. Hinter den juristischen Begriffen und den nüchternen Anklagepunkten steht ein junges Mädchen, dem ein großer Teil seiner Kindheit genommen wurde.

Ob und in welchem Umfang die Angeklagten schuldig gesprochen werden, wird das Gericht entscheiden. Unabhängig vom Ausgang des Verfahrens bleibt jedoch die Erkenntnis, dass Isolation und Vernachlässigung tiefe Spuren hinterlassen. Für Mara beginnt nun ein Weg, der von therapeutischer Begleitung, schulischer Förderung und behutsamer Integration geprägt sein wird. Die Hoffnung besteht, dass sie trotz der schweren Vergangenheit eine Perspektive entwickeln kann – mit Sicherheit, Stabilität und der Chance, all das nachzuholen, was ihr so lange verwehrt blieb.

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