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Köln lehnte Hilfe bei 500 Abschiebefällen ab: Was bisher bekannt ist
Köln lehnte Hilfe bei 500 Abschiebefällen ab: Was bisher bekannt ist
Ein Bericht des „Kölner Stadt-Anzeigers“ sorgt für politische Diskussionen: Die Stadt Köln soll Ende 2024 ein Unterstützungsangebot des Landes Nordrhein-Westfalen zur Vorbereitung von Abschiebungen abgelehnt haben. Betroffen waren rund 500 Personen aus den Westbalkanstaaten, denen die nötigen Reisedokumente fehlten. Der amtierende Kölner Oberbürgermeister Torsten Burmester hat inzwischen eine Überprüfung des Vorgangs angekündigt.

Worum es bei dem Angebot ging
Die Zentrale Ausländerbehörde Coesfeld wandte sich im November 2024 an die Kölner Verwaltung. Auf einer beigefügten Liste standen rund 500 vollziehbar ausreisepflichtige Personen aus Albanien, Bosnien und Herzegowina, dem Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien. Viele von ihnen waren geduldet, weil ihnen die notwendigen Rückreisedokumente fehlten – ein häufiger praktischer Grund für aufgeschobene Abschiebungen.

Die Behörde in Coesfeld bot an, diese Papiere zu beschaffen, und verwies laut dem Bericht auf eine seit Jahren gut funktionierende Zusammenarbeit mit den betroffenen Herkunftsstaaten.
Wie Köln auf das Angebot reagierte
Nach Angaben des „Kölner Stadt-Anzeigers“ antwortete die Stadt bereits sieben Tage später: Passersatzpapiere würden nicht benötigt. Stattdessen setzte die für das städtische Bleiberechtsprogramm zuständige Stelle auf sozialpädagogische Unterstützung, um den Betroffenen zu einer dauerhaften Bleibeperspektive beziehungsweise Aufenthaltserlaubnis zu verhelfen. Aus internen Unterlagen gehe zudem hervor, dass sich die Stadt in der Folge auch nicht eigenständig um die fehlenden Papiere bemühte.

Eine genaue Begründung, warum das Angebot insgesamt und nicht einzelfallbezogen abgelehnt wurde, konnte die Stadt auf Nachfrage bislang nicht liefern.
Politische Reaktionen und Aufklärung
Der Fall betrifft die Amtszeit von Burmesters Vorgängerin Henriette Reker. Burmester, der das Amt im November 2025 übernahm, hat laut einer Stadtsprecherin eine Prüfung des geschilderten Vorgangs veranlasst.

Aus der Politik kommt Kritik: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Detlef Seif wandte sich mit einem Brief an Burmester und wirft der Stadtverwaltung vor, mit der Ablehnung faktisch den weiteren Aufenthalt der Betroffenen statt deren Ausreise befördert zu haben. Auch der Kölner CDU-Fraktionsvorsitzende Bernd Petelkau forderte eine vollständige Aufklärung des Vorgangs.

Wo rechtlich die Grauzone liegt
Eine Duldung ist rechtlich keine Aufenthaltserlaubnis, sondern laut Aufenthaltsgesetz eine vorübergehende Aussetzung der Abschiebung – die Ausreisepflicht bleibt formal bestehen. Gleichzeitig liegt es im kommunalen Ermessen, ob und wie ein Unterstützungsangebot des Landes zur Beschaffung von Reisedokumenten angenommen wird. Genau in diesem Ermessensspielraum liegt der Kern der aktuellen Debatte: Kritiker sehen darin eine bewusste Umgehung geltenden Rechts, während die Stadt ihr Vorgehen mit sozialpädagogischer Einzelfallhilfe begründete.

Offene Fragen
Bislang ungeklärt ist unter anderem, wer die Entscheidung zur Ablehnung des Angebots konkret traf, ob die rund 500 Fälle einzeln geprüft wurden und wie viele der Betroffenen inzwischen einen gesicherten Aufenthaltstitel erhalten haben. Auch die Kreisverwaltung Coesfeld konnte nach Berichten nicht beziffern, wie häufig Köln vergleichbare Angebote in der Vergangenheit angenommen oder abgelehnt hat.

Fazit
Der Fall aus Köln zeigt exemplarisch, wie groß der Interpretationsspielraum zwischen Bundesrecht und kommunaler Verwaltungspraxis beim Thema Abschiebungen sein kann. Während die angekündigte interne Überprüfung noch läuft, bleibt vorerst offen, ob es sich um eine bewusste politische Entscheidung oder um Einzelfallabwägungen der zuständigen Stelle handelte. Weitere Aufklärung wird von der Stadtverwaltung sowie von politischer Seite eingefordert.

Themen: Köln, Abschiebungen, Ausländerbehörde, Torsten Burmester, Duldung
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Wandern mit Kindern: Diese Risiken werden oft unterschätzt

Wandern mit Kindern: Diese Risiken werden oft unterschätzt
Eine Wanderung in den Bergen oder durch sommerliche Wälder gehört für viele Familien zu den schönsten gemeinsamen Aktivitäten. Doch gerade bei Kindern und Jugendlichen kann sich der Gesundheitszustand auf Touren schneller verändern, als Eltern es erwarten. Wer die wichtigsten Risikofaktoren kennt und rechtzeitig reagiert, kann die meisten Notfälle vermeiden.

Warum Kinder und Jugendliche beim Wandern besonders gefährdet sind
Der kindliche Organismus reguliert Temperatur, Flüssigkeitshaushalt und Kreislauf anders als der eines Erwachsenen. Kinder schwitzen weniger effektiv, verlieren dadurch schneller die Fähigkeit, Körperwärme abzugeben, und bemerken Erschöpfung oder Durst häufig erst spät. Jugendliche wiederum überschätzen ihre eigene Leistungsfähigkeit gerade in der Pubertät oft – ein Faktor, der bei längeren oder anspruchsvolleren Touren zum Risiko werden kann.

Die häufigsten Gefahren auf Wandertouren
- Hitzschlag und Überhitzung: Besonders bei direkter Sonneneinstrahlung ohne ausreichend Schatten oder Pausen.
- Dehydrierung: Kinder trinken von sich aus oft zu wenig, gerade wenn sie im Spiel oder Wanderfluss abgelenkt sind.
- Unterzuckerung: Lange Anstiege ohne regelmäßige, energiereiche Pausen können besonders bei Kindern schnell zu Kreislaufproblemen führen.
- Plötzliche Wetterumschwünge: Gewitter, Temperaturstürze oder Nebel entstehen im Gebirge oft innerhalb kurzer Zeit.
- Absturz- und Stolpergefahr: Steiniges, unwegsames oder nasses Gelände wird von Kindern häufig unterschätzt.
- Unterkühlung: Auch im Sommer kann es in höheren Lagen oder bei Regen schnell kühl werden.

Warnsignale erkennen: Wann Eltern aufmerksam werden sollten
Der kindliche Körper zeigt Warnsignale oft subtiler als der eines Erwachsenen. Eltern und Begleitpersonen sollten besonders auf folgende Anzeichen achten:
- Ungewöhnliche Blässe oder gerötetes, überhitztes Gesicht
- Klagen über Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit
- Auffällige Erschöpfung, Wortkargheit oder Antriebslosigkeit
- Zittern, kalter Schweiß oder unsicherer Gang
- Nachlassende Reaktionsfähigkeit auf Ansprache
Wichtig: Diese Symptome sollten nie mit dem Argument „wir sind gleich da“ ignoriert werden – gerade in unwegsamem Gelände kann sich ein Zustand innerhalb weniger Minuten deutlich verschlechtern.

Richtig handeln im Notfall
- Sofort anhalten und die Situation einschätzen – bei ersten Anzeichen von Erschöpfung, Schwindel oder Überhitzung nicht weitergehen.
- Schatten und kühlere Umgebung aufsuchen, wenn möglich, und beengende Kleidung öffnen.
- Kleine Mengen Wasser anbieten, jedoch nicht hastig große Mengen auf einmal, um den Kreislauf nicht zusätzlich zu belasten.
- Notruf wählen (112), sobald sich der Zustand nicht rasch bessert oder Bewusstseinseintrübung auftritt – in Deutschland ist die Nummer auch in vielen abgelegenen Bergregionen erreichbar.
- Standort so genau wie möglich angeben: markante Wegpunkte, GPS-Koordinaten über das Smartphone oder Notfall-Apps wie die „SOS-EU-ALP“-App erleichtern die Bergrettung erheblich.
- Bei Bewusstlosigkeit oder fehlender Atmung sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen, bis Rettungskräfte eintreffen.

Vorbeugung: So wird die Familienwanderung sicherer
- Route dem Leistungsniveau des jüngsten Familienmitglieds anpassen, nicht dem der Erwachsenen.
- Ausreichend Wasser und energiereiche Snacks mitführen und regelmäßig aktiv zu Trinkpausen auffordern, statt auf Durstgefühl zu warten.
- Wettervorhersage vor Tourbeginn prüfen und bei Gewitterwarnung die Route verschieben oder verkürzen.
- Sonnenschutz nicht vergessen: Kopfbedeckung, Sonnencreme und leichte, atmungsaktive Kleidung.
- Feste, passende Schuhe statt offener Sandalen oder ungeeigneten Freizeitschuhen.
- Handy mit vollem Akku und Offline-Kartenmaterial für Bereiche ohne Netzempfang mitführen.
- Realistische Pausenplanung: Lieber häufiger kurz pausieren als seltene, lange Rastzeiten einplanen.

Reiseapotheke für Wandertouren
Eine kleine Grundausstattung gehört in jeden Wanderrucksack: Pflaster und Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel, eine Rettungsdecke, ausreichend Wasser sowie bei bekannten Vorerkrankungen die entsprechenden Notfallmedikamente. Bei Touren in entlegenen Regionen empfiehlt sich zusätzlich eine Auslandskrankenversicherung mit Bergungs- und Rettungskostenschutz.

Fazit: Aufmerksamkeit ist der beste Schutz
Die überwiegende Mehrheit der Familienwanderungen verläuft ohne Zwischenfälle. Dennoch zeigen wiederkehrende Rettungseinsätze in Wander- und Bergregionen, wie schnell sich der Zustand von Kindern verändern kann. Wer Warnsignale ernst nimmt, die Tour realistisch plant und im Ernstfall besonnen reagiert, schützt die ganze Familie – und kann den gemeinsamen Ausflug in die Natur unbeschwerter genießen.
Themen: Wandern mit Kindern, Familienwanderung, Erste Hilfe, Bergrettung, Hitzschlag
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