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Nach „rechtsextrem“-Einstufung: Bleibt die AfD stabil – oder bröckelt der Rückhalt?

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Die politische Landschaft in Deutschland erlebt derzeit einen ihrer markantesten Einschnitte der letzten Jahre: Das Bundesamt für Verfassungsschutz hat die Alternative für Deutschland (AfD) als „gesichert rechtsextremistisch“ eingestuft. Ein Vorgang mit weitreichenden Folgen – politisch, gesellschaftlich und möglicherweise auch juristisch.

Doch was bedeutet das für die Wählergunst? Führt die neue Bewertung zu einem politischen Dämpfer – oder eher zum Schulterschluss unter Unterstützern?

Umfrage zeigt: Mehrheit offen für Verbot – AfD-Werte bleiben stabil

Laut einer aktuellen INSA-Umfrage im Auftrag der Bild am Sonntag sprechen sich 48 % der Befragten für ein Verbot der AfD aus. 37 % lehnen ein Verbot ab, während 15 % unentschieden sind. Das Meinungsbild in der Bevölkerung ist damit deutlich gespalten – mit einer relativen Mehrheit, die die Einschätzung der Sicherheitsbehörden ernst nimmt und politische Konsequenzen fordert.

Auffällig dabei: Trotz des medialen und politischen Gewichts dieser Einstufung verändert sich die Wählerbasis kaum. Die AfD liegt mit 21 % Zustimmung weiterhin auf Platz zwei im sogenannten „Sonntagstrend“, knapp hinter der Union (23 %) und deutlich vor der SPD (17 %). In den ostdeutschen Bundesländern bleibt die Partei in einigen Regionen sogar stärkste Kraft.

Berlin, Deutschland, 24.02.2025: Bundespressekonferenz: AfD-Wahlnachlese: Alice Weidel *** Berlin, Germany, 24 02 2025 Federal Press Conference AfD election news Alice Weidel Copyright: xdtsxNachrichtenagenturx dts_61103

Politisches Berlin reagiert unterschiedlich

Die Reaktionen aus dem politischen Raum sind gespalten – je nach Lager. Verdi-Chef Frank Werneke forderte bereits ein offizielles Verbotsverfahren gegen die Partei. Auch einige Verfassungsrechtler sehen darin eine Konsequenz, die angesichts der Gefährdung demokratischer Grundwerte nicht länger tabuisiert werden sollte.

Demgegenüber mahnt Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU) zur Besonnenheit. Ein Parteiverbot sei juristisch hochkomplex und dürfe nicht zur politischen Instrumentalisierung führen. Statt vorschneller Urteile brauche es eine sorgfältige rechtliche Prüfung und ein gemeinsames Vorgehen auf Bund- und Länderebene.

February 22, 2025, Grunberg, Germany: An AfD Alternative for Germany poster of Leader of the Alternative for Germany Alice Elisabeth Weidel is seen the day before the upcoming general elections. Germany is scheduled to hold snap parliamentary elections on February 23 following the collapse of the three-party federal government coalition last November. AfD Alternative for Germany is a far-right and right-wing populist political party in Germany. Grunberg Germany – ZUMAs197 20250222_aab_s197_047 Copyright: xKarolxSerewisx

Juristische Gegenwehr – und offene Fragen

Die AfD selbst wies die Einstufung scharf zurück und kündigte rechtliche Schritte an. Man werde sich vor den Verwaltungsgerichten gegen die Einstufung zur Wehr setzen. Dabei beruft sich die Parteispitze auf das Grundrecht politischer Teilhabe und auf Meinungsfreiheit – zentrale Werte, die auch sie für sich reklamiert.

Parallel dazu wird nun auch geprüft, ob AfD-Mitglieder weiterhin im öffentlichen Dienst tätig sein dürfen und ob sich durch die neue Lage Konsequenzen für die Parteienfinanzierung ergeben. Sowohl Bund als auch Länder stehen hier vor schwierigen Abwägungen zwischen Rechtsstaatlichkeit und Prävention.

Ein Testfall für die Demokratie

Die kommenden Wochen werden zeigen, wie stark die neue Bewertung der AfD das politische Klima in Deutschland verändern wird. Klar ist: Die Entscheidung des Verfassungsschutzes wirkt weit über ein bloßes Etikett hinaus. Sie setzt die Maßstäbe für den Umgang mit politischen Rändern neu – und stellt die Gesellschaft vor die Frage, wie wehrhaft ihre Demokratie tatsächlich sein will.

Die Umfragewerte deuten darauf hin, dass die Wählergunst (noch) nicht massiv kippt. Doch das Momentum der Debatte zeigt: Die Aufmerksamkeit ist hoch, die Positionierung wird schärfer – und der politische Ton rauer. Der Umgang mit der AfD ist endgültig zum Stresstest für das demokratische Selbstverständnis geworden.

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Wandern mit Kindern: Diese Risiken werden oft unterschätzt

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Wandern mit Kindern: Diese Risiken werden oft unterschätzt

Eine Wanderung in den Bergen oder durch sommerliche Wälder gehört für viele Familien zu den schönsten gemeinsamen Aktivitäten. Doch gerade bei Kindern und Jugendlichen kann sich der Gesundheitszustand auf Touren schneller verändern, als Eltern es erwarten. Wer die wichtigsten Risikofaktoren kennt und rechtzeitig reagiert, kann die meisten Notfälle vermeiden.

Warum Kinder und Jugendliche beim Wandern besonders gefährdet sind

Der kindliche Organismus reguliert Temperatur, Flüssigkeitshaushalt und Kreislauf anders als der eines Erwachsenen. Kinder schwitzen weniger effektiv, verlieren dadurch schneller die Fähigkeit, Körperwärme abzugeben, und bemerken Erschöpfung oder Durst häufig erst spät. Jugendliche wiederum überschätzen ihre eigene Leistungsfähigkeit gerade in der Pubertät oft – ein Faktor, der bei längeren oder anspruchsvolleren Touren zum Risiko werden kann.

Die häufigsten Gefahren auf Wandertouren

  • Hitzschlag und Überhitzung: Besonders bei direkter Sonneneinstrahlung ohne ausreichend Schatten oder Pausen.
  • Dehydrierung: Kinder trinken von sich aus oft zu wenig, gerade wenn sie im Spiel oder Wanderfluss abgelenkt sind.
  • Unterzuckerung: Lange Anstiege ohne regelmäßige, energiereiche Pausen können besonders bei Kindern schnell zu Kreislaufproblemen führen.
  • Plötzliche Wetterumschwünge: Gewitter, Temperaturstürze oder Nebel entstehen im Gebirge oft innerhalb kurzer Zeit.
  • Absturz- und Stolpergefahr: Steiniges, unwegsames oder nasses Gelände wird von Kindern häufig unterschätzt.
  • Unterkühlung: Auch im Sommer kann es in höheren Lagen oder bei Regen schnell kühl werden.

Warnsignale erkennen: Wann Eltern aufmerksam werden sollten

Der kindliche Körper zeigt Warnsignale oft subtiler als der eines Erwachsenen. Eltern und Begleitpersonen sollten besonders auf folgende Anzeichen achten:

  • Ungewöhnliche Blässe oder gerötetes, überhitztes Gesicht
  • Klagen über Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit
  • Auffällige Erschöpfung, Wortkargheit oder Antriebslosigkeit
  • Zittern, kalter Schweiß oder unsicherer Gang
  • Nachlassende Reaktionsfähigkeit auf Ansprache

Wichtig: Diese Symptome sollten nie mit dem Argument „wir sind gleich da“ ignoriert werden – gerade in unwegsamem Gelände kann sich ein Zustand innerhalb weniger Minuten deutlich verschlechtern.

Richtig handeln im Notfall

  1. Sofort anhalten und die Situation einschätzen – bei ersten Anzeichen von Erschöpfung, Schwindel oder Überhitzung nicht weitergehen.
  2. Schatten und kühlere Umgebung aufsuchen, wenn möglich, und beengende Kleidung öffnen.
  3. Kleine Mengen Wasser anbieten, jedoch nicht hastig große Mengen auf einmal, um den Kreislauf nicht zusätzlich zu belasten.
  4. Notruf wählen (112), sobald sich der Zustand nicht rasch bessert oder Bewusstseinseintrübung auftritt – in Deutschland ist die Nummer auch in vielen abgelegenen Bergregionen erreichbar.
  5. Standort so genau wie möglich angeben: markante Wegpunkte, GPS-Koordinaten über das Smartphone oder Notfall-Apps wie die „SOS-EU-ALP“-App erleichtern die Bergrettung erheblich.
  6. Bei Bewusstlosigkeit oder fehlender Atmung sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen, bis Rettungskräfte eintreffen.

Vorbeugung: So wird die Familienwanderung sicherer

  • Route dem Leistungsniveau des jüngsten Familienmitglieds anpassen, nicht dem der Erwachsenen.
  • Ausreichend Wasser und energiereiche Snacks mitführen und regelmäßig aktiv zu Trinkpausen auffordern, statt auf Durstgefühl zu warten.
  • Wettervorhersage vor Tourbeginn prüfen und bei Gewitterwarnung die Route verschieben oder verkürzen.
  • Sonnenschutz nicht vergessen: Kopfbedeckung, Sonnencreme und leichte, atmungsaktive Kleidung.
  • Feste, passende Schuhe statt offener Sandalen oder ungeeigneten Freizeitschuhen.
  • Handy mit vollem Akku und Offline-Kartenmaterial für Bereiche ohne Netzempfang mitführen.
  • Realistische Pausenplanung: Lieber häufiger kurz pausieren als seltene, lange Rastzeiten einplanen.

Reiseapotheke für Wandertouren

Eine kleine Grundausstattung gehört in jeden Wanderrucksack: Pflaster und Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel, eine Rettungsdecke, ausreichend Wasser sowie bei bekannten Vorerkrankungen die entsprechenden Notfallmedikamente. Bei Touren in entlegenen Regionen empfiehlt sich zusätzlich eine Auslandskrankenversicherung mit Bergungs- und Rettungskostenschutz.

Fazit: Aufmerksamkeit ist der beste Schutz

Die überwiegende Mehrheit der Familienwanderungen verläuft ohne Zwischenfälle. Dennoch zeigen wiederkehrende Rettungseinsätze in Wander- und Bergregionen, wie schnell sich der Zustand von Kindern verändern kann. Wer Warnsignale ernst nimmt, die Tour realistisch plant und im Ernstfall besonnen reagiert, schützt die ganze Familie – und kann den gemeinsamen Ausflug in die Natur unbeschwerter genießen.


Themen: Wandern mit Kindern, Familienwanderung, Erste Hilfe, Bergrettung, Hitzschlag

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