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Naturkatastrophe in Blatten: Nach Bergsturz droht nun auch eine Flut
Das beschauliche Schweizer Dorf Blatten im Lötschental (Kanton Wallis) wurde am 28. Mai 2025 von einem dramatischen Naturereignis erschüttert. Ein gewaltiger Gletscherabbruch am Kleinen Nesthorn hatte zur Folge, dass rund neun Millionen Tonnen Fels und Eis ins Tal stürzten. Die Gerölllawine begrub weite Teile des Dorfes unter sich.
Evakuierung rettete zahlreiche Menschenleben
Glücklicherweise hatten die
Behörden bereits im Vorfeld wegen der instabilen Lage gewarnt und
die Bewohnerinnen und Bewohner rechtzeitig evakuiert. So konnte
eine größere Tragödie verhindert werden. Dennoch wird derzeit eine
Person vermisst – ob sie sich zum Zeitpunkt des Unglücks noch im
Ort aufhielt, ist unklar.

Neue Gefahr: Der Fluss staut sich
Besonders beunruhigend ist die Folge des Bergsturzes: Die gewaltigen Schuttmassen haben das Flussbett der Lonza blockiert. Dadurch staut sich das Wasser immer weiter auf – ein neuer, künstlicher See ist entstanden. Experten schlagen Alarm, denn wenn dieser natürliche Damm bricht, könnte es zu einer verheerenden Flut kommen, die nicht nur Blatten, sondern auch die umliegenden Dörfer gefährdet.
Die Behörden haben daher schnell reagiert und weitere Evakuierungen in den Nachbargemeinden Wiler und Kippel angeordnet. Auch die Schweizer Armee wurde mobilisiert, um die Sicherheitsmaßnahmen zu unterstützen.
Technische Herausforderungen erschweren Lageeinschätzung
Ein zusätzliches Problem: Die hydrologische Messstation, die wichtige Daten zur Lonza liefern sollte, wurde bei dem Abbruch zerstört. Um sich dennoch ein Bild von der Situation zu machen, werden nun Drohnen eingesetzt, die Luftaufnahmen der betroffenen Region liefern.
09.11.2024, Schweiz, Brienz: Blick auf das Dorf Brienz in Brienz-Brinzauls. Am 15. Juni 2023 erreichte ein Schuttstrom beinahe das damals evakuierte Dorf. Nun drohen weitere 1,2 Millionen Kubikmeter Felsschutt abzugleiten. Das Dorf muss sich auf eine erneute vorsorgliche Evakuierung vorbereiten. Foto: Gian Ehrenzeller/KEYSTONE/dpa +++ dpa-Bildfunk +++
Sorge und Solidarität
Der Bürgermeister von Blatten, Matthias Bellwald, zeigte sich in einer ersten Stellungnahme tief getroffen, aber kämpferisch: „Wir haben vielleicht unser Dorf verloren, aber nicht unseren Mut.“ In der gesamten Schweiz wächst die Anteilnahme – viele zeigen sich solidarisch mit den Betroffenen und bieten Unterstützung an.
Hoffnung auf den Wiederaufbau
Noch ist unklar, wie groß der Schaden tatsächlich ist und ob Blatten je wieder vollständig aufgebaut werden kann. Doch eines ist sicher: Die Menschen in der Region lassen sich nicht unterkriegen – auch wenn nach dem Berg nun womöglich das Wasser zur nächsten Bedrohung wird.
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Wandern mit Kindern: Diese Risiken werden oft unterschätzt

Wandern mit Kindern: Diese Risiken werden oft unterschätzt
Eine Wanderung in den Bergen oder durch sommerliche Wälder gehört für viele Familien zu den schönsten gemeinsamen Aktivitäten. Doch gerade bei Kindern und Jugendlichen kann sich der Gesundheitszustand auf Touren schneller verändern, als Eltern es erwarten. Wer die wichtigsten Risikofaktoren kennt und rechtzeitig reagiert, kann die meisten Notfälle vermeiden.

Warum Kinder und Jugendliche beim Wandern besonders gefährdet sind
Der kindliche Organismus reguliert Temperatur, Flüssigkeitshaushalt und Kreislauf anders als der eines Erwachsenen. Kinder schwitzen weniger effektiv, verlieren dadurch schneller die Fähigkeit, Körperwärme abzugeben, und bemerken Erschöpfung oder Durst häufig erst spät. Jugendliche wiederum überschätzen ihre eigene Leistungsfähigkeit gerade in der Pubertät oft – ein Faktor, der bei längeren oder anspruchsvolleren Touren zum Risiko werden kann.

Die häufigsten Gefahren auf Wandertouren
- Hitzschlag und Überhitzung: Besonders bei direkter Sonneneinstrahlung ohne ausreichend Schatten oder Pausen.
- Dehydrierung: Kinder trinken von sich aus oft zu wenig, gerade wenn sie im Spiel oder Wanderfluss abgelenkt sind.
- Unterzuckerung: Lange Anstiege ohne regelmäßige, energiereiche Pausen können besonders bei Kindern schnell zu Kreislaufproblemen führen.
- Plötzliche Wetterumschwünge: Gewitter, Temperaturstürze oder Nebel entstehen im Gebirge oft innerhalb kurzer Zeit.
- Absturz- und Stolpergefahr: Steiniges, unwegsames oder nasses Gelände wird von Kindern häufig unterschätzt.
- Unterkühlung: Auch im Sommer kann es in höheren Lagen oder bei Regen schnell kühl werden.

Warnsignale erkennen: Wann Eltern aufmerksam werden sollten
Der kindliche Körper zeigt Warnsignale oft subtiler als der eines Erwachsenen. Eltern und Begleitpersonen sollten besonders auf folgende Anzeichen achten:
- Ungewöhnliche Blässe oder gerötetes, überhitztes Gesicht
- Klagen über Kopfschmerzen, Schwindel oder Übelkeit
- Auffällige Erschöpfung, Wortkargheit oder Antriebslosigkeit
- Zittern, kalter Schweiß oder unsicherer Gang
- Nachlassende Reaktionsfähigkeit auf Ansprache
Wichtig: Diese Symptome sollten nie mit dem Argument „wir sind gleich da“ ignoriert werden – gerade in unwegsamem Gelände kann sich ein Zustand innerhalb weniger Minuten deutlich verschlechtern.

Richtig handeln im Notfall
- Sofort anhalten und die Situation einschätzen – bei ersten Anzeichen von Erschöpfung, Schwindel oder Überhitzung nicht weitergehen.
- Schatten und kühlere Umgebung aufsuchen, wenn möglich, und beengende Kleidung öffnen.
- Kleine Mengen Wasser anbieten, jedoch nicht hastig große Mengen auf einmal, um den Kreislauf nicht zusätzlich zu belasten.
- Notruf wählen (112), sobald sich der Zustand nicht rasch bessert oder Bewusstseinseintrübung auftritt – in Deutschland ist die Nummer auch in vielen abgelegenen Bergregionen erreichbar.
- Standort so genau wie möglich angeben: markante Wegpunkte, GPS-Koordinaten über das Smartphone oder Notfall-Apps wie die „SOS-EU-ALP“-App erleichtern die Bergrettung erheblich.
- Bei Bewusstlosigkeit oder fehlender Atmung sofort mit Wiederbelebungsmaßnahmen beginnen, bis Rettungskräfte eintreffen.

Vorbeugung: So wird die Familienwanderung sicherer
- Route dem Leistungsniveau des jüngsten Familienmitglieds anpassen, nicht dem der Erwachsenen.
- Ausreichend Wasser und energiereiche Snacks mitführen und regelmäßig aktiv zu Trinkpausen auffordern, statt auf Durstgefühl zu warten.
- Wettervorhersage vor Tourbeginn prüfen und bei Gewitterwarnung die Route verschieben oder verkürzen.
- Sonnenschutz nicht vergessen: Kopfbedeckung, Sonnencreme und leichte, atmungsaktive Kleidung.
- Feste, passende Schuhe statt offener Sandalen oder ungeeigneten Freizeitschuhen.
- Handy mit vollem Akku und Offline-Kartenmaterial für Bereiche ohne Netzempfang mitführen.
- Realistische Pausenplanung: Lieber häufiger kurz pausieren als seltene, lange Rastzeiten einplanen.

Reiseapotheke für Wandertouren
Eine kleine Grundausstattung gehört in jeden Wanderrucksack: Pflaster und Verbandsmaterial, Desinfektionsmittel, eine Rettungsdecke, ausreichend Wasser sowie bei bekannten Vorerkrankungen die entsprechenden Notfallmedikamente. Bei Touren in entlegenen Regionen empfiehlt sich zusätzlich eine Auslandskrankenversicherung mit Bergungs- und Rettungskostenschutz.

Fazit: Aufmerksamkeit ist der beste Schutz
Die überwiegende Mehrheit der Familienwanderungen verläuft ohne Zwischenfälle. Dennoch zeigen wiederkehrende Rettungseinsätze in Wander- und Bergregionen, wie schnell sich der Zustand von Kindern verändern kann. Wer Warnsignale ernst nimmt, die Tour realistisch plant und im Ernstfall besonnen reagiert, schützt die ganze Familie – und kann den gemeinsamen Ausflug in die Natur unbeschwerter genießen.
Themen: Wandern mit Kindern, Familienwanderung, Erste Hilfe, Bergrettung, Hitzschlag
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